Arbeitsmarkttrends

ORF erwartet für 2020 Umsatzrückgänge, Filmwirtschaft in existenzieller Krise

Die für den ORF für 2020 prognostizierten Einnahmenrückgänge zwingen zu weiteren Sparmaßnahmen und erhöhen den Druck auf die MitarbeiterInnen. Die österreichische Filmwirtschaft befindet sich in einer nie dagewesenen Krise.
 
ORF rechnet für 2020 mit Mindereinnahmen von 50 Mio. Euro
Der ORF führte aufgrund der Coronakrise ab 13. April für drei Monate Kurzarbeit ein. Betroffen sind 600 MitarbeiterInnen, die zur Hälfte 50% und zur Hälfte 90% Kurzarbeit leisten. Bis auf den Bereich Information sind alle Direktionen und Bereiche betroffen, insbesondere der Sport, die Kultur, Eigenproduktionen/Shows und externe Veranstaltungen. Für 2020 rechnet man mit einem Einnahmenrückgang von mindestens 50 Mio. Euro. Der ORF-Konzern bilanzierte 2018 mit einem Gewinn vor Steuern in der Höhe von 13,5 Mio. Euro positiv, die Umsatzerlöse lagen bei 1.034,83 Mio. Euro (2017: 1.038,8 Mio. Euro). Der Budgetplan 2020 sieht vor, bis 2024 weitere 112 Mio. Euro einzusparen.
 
Aktivitäten einer ganzen Branche auf unbestimmte Zeit verschoben
Fast die gesamte österreichische Film- und Fernsehproduktion kam durch das Coronavirus zum Erliegen. Der Stillstand hatte und hat massive Auswirkungen auf die Produktionsbetriebe und die Filmschaffenden. Viele Freischaffende beklagen finanzielle Totalausfälle. Der Österreichische Filmverband forderte daher Maßnahmen wie z.B. einen Notkollektivvertrag mit Unterstützung des ORF zur Ermöglichung flächendeckender Kurzarbeit und Anpassungen für Neue Selbstständige, z.B. für DrehbuchautorInnen, die sonst erst bei Drehbeginn honoriert werden. Es gelte, einen Hilfsfonds einzurichten, der auch jenen Filmschaffenden zugutekomme, die aktuell in keinem aufrechten Dienstverhältnis seien. 
 
ORF-Onlineangebote auf Rekordkurs
Das erhöhte Informationsbedürfnis in Zeiten von Corona spiegelte sich in der Nutzung der Online-Angebote des ORF wider. Zwischen Mitte März und Mitte April 2020 kam die ORF-TVthek auf 20,2 Mio. Visits, ein Tagesschnitt 2,4-mal so hoch wie 2019. Das gesamte ORF-Online-Angebot verzeichnete in Summe 176 Mio. Visits; der Tagesdurchschnitt war damit 1,8-mal so hoch wie im Jahr 2019.
 
Filmwirtschaftsbericht 2018
Die österreichische Filmwirtschaft erzielte 2017 (aktuellster Datenstand) Erträge in der Höhe von rund 1,4 Mrd. Euro und beschäftigte 7.947 MitarbeiterInnen. Insgesamt hatten 2.394 Unternehmen den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in der Filmwirtschaft, davon waren 77% Produktionsunternehmen im Bereich Kino- und TV-Filmherstellung, und fast 12% beschäftigten sich vorwiegend mit der Produktion von Werbe- oder Wirtschaftsfilmen. 95% der Unternehmen hatten weniger als zehn Beschäftigte. 2017 erwirtschaftete die Branche nach einer Verlangsamung des Wachstums in den Jahren davor um 4,5% weniger Erträge als im Jahr davor.
 
In der Filmbranche kommerziell erfolgreich zu sein, wird durch die Corona-Vorschriften noch bedeutend erschwert, denn mit Distanzvorschriften für FilmschauspielerInnen und Filmcrew beim Drehen und einer Mindestdistanz pro Sitzplatz im Kino kann wohl kaum gewinnbringend gewirtschaftet werden. Da noch offen ist, wie lange diese Bestimmungen aufrecht bleiben, und wie sich danach die erwartete Rezession auf die Filmproduktion auswirkt, ist eine Einschätzung der mittelfristigen Beschäftigungsentwicklung derzeit (Mitte Mai 2020) äußerst schwierig.
 
Generell schwieriger Arbeitsmarkt
Über schlechte Bezahlung und selbstausbeuterische Bedingungen klagen sowohl die freien MitarbeiterInnen des ORF als auch die der Privatsender sowie freiberuflich tätige RadiomitarbeiterInnen, Kameraleute, TontechnikerInnen oder CutterInnen. Filmschaffende aller Berufe sind in hohem Maße mit speziellen Arbeitszeiten und Arbeitskonstellationen konfrontiert. Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit sind eher die Regel als die Ausnahme, Phasen von zwei oder mehr Monaten ohne Einkommen bzw. Sozialleistungsbezug sind ein Problem.
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Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe Arbeitskräfte-Nachfrage Offene Stellen im eJob-Room Offene Stellen
 
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
Berufe Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Rundfunk, Film und Fernsehen Prognose derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS eJob-Room-Inserate
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Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2023.
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Aufgrund der Corona-Krise dzt. keine Einschätzung möglich:
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Beschäftigte derzeit:
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Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate, aktuell:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom 22.10.2021.

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drei Pfeile nach rechtsBekleidungsgestalterIn zwei Pfeile nach rechts Bekleidung, Textil; Bildende Kunst, Fotografie; Darstellende Kunst, Musik
drei Pfeile nach rechtsFilm-, Bühnen- und MedienschaffendeR zwei Pfeile nach rechts Darstellende Kunst, Musik
drei Pfeile nach rechtsHilfskraft im Kultur- und Eventbereich (m/w) zwei Pfeile nach rechts Anlern- und Hilfsberufe Kunst, Druck, Papier; Anlern- und Hilfsberufe Tourismus, Gastgewerbe, Freizeit
drei Pfeile nach rechtsMaskenbildnerIn zwei Pfeile nach rechts Darstellende Kunst, Musik; Schönheitspflege, Kosmetik
drei Pfeile nach rechtsMedientechnikerIn zwei Pfeile nach rechts Printmedien, Neue Medien
drei Pfeile nach rechtsSchauspielerIn zwei Pfeile nach rechts Darstellende Kunst, Musik
drei Pfeile nach rechtsVeranstaltungstechnikerIn zwei Pfeile nach rechts Elektroinstallation, Betriebselektrik


 

Kompetenztrends

Flexibilität und Belastbarkeit gefragt

Um im Bereich Rundfunk, Film und Fernsehen tätig zu sein, bedarf es einer ausgeprägten Leidenschaft für den Beruf. Flexibilität, sowohl in räumlicher als auch in zeitlicher und inhaltlicher Hinsicht, ist ebenso wichtig wie die souveräne Beherrschung der kreativen Ausdrucksformen und der notwendigen Technologien.
 
Grundanforderungen
Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit sind die souveräne Beherrschung der technischen Grundlagen, der Software und der jeweils relevanten ästhetischen Gestaltungsprinzipien. Die Auswahl der Ausbildung sollte sehr sorgfältig und nach professionellen Kriterien getroffen werden, das Feld der AnbieterInnen ist mittlerweile sehr breit. Profis werden sich auch weiterhin insbesondere durch ihre einschlägigen künstlerischen Qualifikationen und durch technische Perfektion abheben können.
 
Werbefilm
Die Einbindung des Mediums Film ins Internet schreitet voran; zunehmend werden Werbefilme nur noch für das Internet bzw. für Smartphones und Tablets produziert, wodurch sich auch die Anforderungen an Filmschaffende speziell im computertechnischen Bereich erhöhen. Neben fachlichem Können gelingt der Berufseinstieg meist durch das Absolvieren von Praktika. Dafür ist v.a. Eigeninitiative gefragt und die Fähigkeit, sich neue Technologien extrem rasch anzueignen.
 
Die weitgehende Digitalisierung der AV-Technik (Audio- und Video-Technik) erfordert von technisch orientierten Medienberufen sehr gute IT-Kenntnisse und die Bereitschaft zur laufenden Weiterbildung in einem sich ständig weiterentwickelnden technischen Umfeld.
 
AllrounderInnen gefragt
Mittelfristig kommen im Fernsehen mehr VideojournalistInnen zum Einsatz; Sie müssen sowohl Interviewführung und Filmen als auch den grundlegenden Schnitt beherrschen.
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Beschäftigungsprognose und Offene Stellen in Printmedien und AMS
Fachliche berufliche Kompetenzen Prognose Bedeutung am Arbeitsmarkt
drei Pfeile nach rechtsMultimediakenntnisse Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsDatensicherheitskenntnisse Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsAudio- und Videosoftware Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsElektroakustik und Tonstudiotechnik Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsTontechnik Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsKameratechnik Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsVideotechnik Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsPostproduktion Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsFilm und Fernsehen Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsEnglisch Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat


Beschäftigungsprognose und Offene Stellen in Printmedien und AMS
Überfachliche berufliche Kompetenzen Prognose Bedeutung am Arbeitsmarkt
drei Pfeile nach rechtsModerationstechniken Fragezeichen Symbol 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsKaufmännisches Verständnis Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsProblemlösungsfähigkeit Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsTeamfähigkeit Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsGutes Auftreten Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsModeration Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat




Prognose für das Jahr 2023:
steigend
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tendenziell steigend
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gleichbleibend
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tendenziell sinkend
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sinkend
zwei Pfeile nach unten
Aufgrund der Corona-Krise dzt. keine Einschätzung möglich:
keine Angabe
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Bedeutung am Arbeitsmarkt:
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
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© AMS Österreich Juli 2020