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Fachqualifikation Zivilschutz, Sicherheit und militärische Landesverteidigung Katastrophen- und Zivilschutzkenntnisse
 
Erklärung
Kenntnisse im Umgang und in der Bewältigung von Unfällen größeren Ausmaßes wie z.B. Erdbeben-, Natur- oder Unwetterkatastrophen; Kenntnis nichtmilitärischer Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung.


Qualifikationsbereich
  • Zivilschutz, Sicherheit und militärische Landesverteidigung
  •  
    Unter Katastrophen- und Zivilschutzkenntnisse fallen die folgenden Detailqualifikationen:
    Bezeichnung Erklärung
    Abtransport verunglückter Fahrzeuge
    Baulicher Strahlenschutz Berücksichtigung der Abschirmung von Gebäudeteilen, in denen hohe Strahlungsintensität herrscht, z.B. Bestrahlungsräume in Krankenhäusern.
    Bergen Verletzte Personen aus der Gefahrenzone bringen.
    Bergrettung Rettungsdienst im Gebirge, der die Suche und Bergung von Menschen in Bergnot und ihre medizinische Erstversorgung durchführt.
    Bergung von hochwassergefährdeten Gütern
    Bergung von hochwassergefährdeten Personen
    Beseitigung von Verklausungen
    Brandbekämpfung Löschen von Schadfeuer, d.h. Feuer, das sich unkontrolliert ausbreitet und Sach-, Personen- bzw. Umweltschäden anrichtet.
    Entschärfung gefährlicher Straßenabschnitte
    Entsorgung verseuchter Erde Fachgerechtes Beseitigen von Erdreich, das durch chemische Stoffe stark verunreinigt ist.
    Epidemieschutz Prävention von Epidemien, d.h. zeitlichen und örtlichen Häufungen einer Infektionskrankheit innerhalb einer menschlichen Population.
    Erdbebenhilfe Hilfsmaßnahmen nach Erdbeben, z.B. Verschüttete suchen, Verletzte behandeln, Lebensmittel und Wasser bereitstellen, Ersatzquartiere errichten.
    Errichtung von mobilen Schutzdämmen
    Erstellen von Werkschutzplänen
    Fachkenntnisnachweis - Durchführung von Tätigkeiten im Rahmen eines Gasrettungsdienstes Zeugnis, das Kenntnisse im Bereich Gasrettung nachweist, z.B. Atemschutz, Brandschutz, Warngeräte, Atemschutzgeräte, Erste Hilfe; für Personen/MitarbeiterInnen, die im Rahmen des ArbeitnehmerInnenschutzes für den Gasrettungsdienst eingesetzt sind.
    Feuerlöschwartung
    Flugplatzfeuerwehr Kenntnisse in der speziellen Brandbekämpfung und Gefahrenabwehr entsprechend den Anforderungen eines Flugplatzes oder -hafens.
    Gebäudesicherung nach Erdbeben
    Gebäudesicherung nach Murenabgängen
    Geländesicherung nach Murenabgängen
    Geschwindigkeitsbegrenzungen
    Gesundheitsschutz Maßnahmen zur Prävention von Gesundheitsstörungen im beruflichen und/oder privaten Bereich.
    Gesundheitsschutzplanung
    Helferschein Der Helferschein (auch Grundschein) ist das erste Rettungsschwimmerabzeichen und der Einstieg zu einer aktiven Laufbahn bei der Wasser-Rettung.
    Herstellung von Dammbauten
    Herstellung von Rückhaltebecken
    Hilfe bei atomaren Unfällen Hilfsmaßnahmen nach Atomunfällen, z.B. Evakuierung besonders stark verseuchter Gebiete, Verteilung von Kaliumjodidtabletten, strahlenmedizinische Versorgung betroffener Personen.
    Hilfestellung bei Chemieunfällen Hilfsmaßnahmen nach Chemieunfällen, z.B. Dekontamination von verseuchten Personen oder Gegenständen, Evakuierung besonders stark betroffener Gebiete, medizinische Versorgung von Verletzten.
    Hilfestellung bei Hochwasser
    Hilfestellung bei Verkehrsunfällen Unterstützung von Opfern von Verkehrsunfällen, z.B. durch Absichern der Unfallstelle, Leisten erster Hilfe, Benachrichtigung von Rettung, Polizei oder Feuerwehr.
    Hochwasserhilfe Hilfsmaßnahmen bei Hochwasser, z.B. Füllen, Transportieren und Aufschlichten von Sandsäcken, Evakuierung aus überschwemmten Gebieten, Unterbringung und Versorgung von vom Hochwasser betroffenen Personen, Durchführung von Aufräumarbeiten.
    Hochwasserschutz Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser, wobei technische Maßnahmen (z.B. Rückhaltebecken, Deiche, Schleusen), natürlicher Rückhalt der Wassermengen (z.B. Entsiegelung von Flächen, Flussrückbau) und weitergehende Vorsorge (z.B. Einrichtung von Warnzentralen, Ausweisung von Überschwemmungsgebieten) die zentralen Elemente bilden.
    Katastrophenmanagement Kenntnisse in der organisierten Reaktion auf Notfälle (z.B. Feuer, Überschwemmungen, Erdbeben). Dazu zählen insbesondere Bedrohungs- bzw. Worst-Case-Analysen, das Definieren von wahrscheinlichen Katastrophenfällen, das Festlegen von Handlungsanweisungen, die Beschaffung notwendiger Mittel sowie die Simulation der Katastrophenfälle und die Überprüfung, ob die für einen Notfall festgelegten Mittel und Verfahren wirksam sind.
    Katastrophenmedizin Aspekt der Notfallmedizin, der bei einem Großschadensfall oder einer Katastrophe aufgrund der Vielzahl der betroffenen Personen individualmedizinische Aspekte in den Hintergrund treten lässt.
    Katastrophenvorsorge Kenntnisse in Maßnahmen, die vor dem Eintreten einer Katastrophe, mit dem Ziel der Verringerung des Katastrophenrisikos und der Abschwächung von Katastrophenfolgen, eingeleitet werden.
    Lawinenbergung Bergung von Verletzten oder Toten aus Lawinen.
    Lawinenschutz Maßnahmen zum Schutz vor Lawinen, z.B. Entzug von Baugenehmigungen, Aufstellen von Lawinenverbauungen, Aufforstung von Schutzwäldern, Errichtung künstlicher Schutzbauten wie Netze, Gitter oder andere Barrieren.
    Lawinenschutzbauten Planung und Errichtung von Bauwerken zum Schutz von Straßen, Brücken und Bauwerken vor Lawinen.
    Lawinenverbauung Kenntnisse in baulichen Maßnahmen, die die Entstehung und ein Abgleiten von Lawinen verhindern und Infrastruktur wie Siedlungen, Verkehrswege und Sportgebiete schützen soll.
    Lawinenwarnsysteme
    Lifesaver Der neu geschaffene Lifsaver-Schein kann mit dem vollendeten 17. Lebensjahr absolviert werden und soll jenen, die den Retterschein bereits abgelegt haben, die Möglichkeit bieten, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu vertiefen und zu perfektionieren. So sind mehrere Zeitlimits zu erfüllen und auch bei der Ersten-Hilfe ist mehr Können gefordert.
    Ölpestbekämpfung Maßnahmen zur Beseitigung von Gewässerverunreinigungen durch Öl, z.B. durch Eingrenzung des Ölteppichs mit Sperren, Abschöpfung, chemische Dispergierung oder Verbrennung.
    Pandemieschutz Prävention von Pandemien, d.h. einer Länder und Kontinente übergreifenden Ausbreitung einer Infektionskrankheit.
    Retterschein Der Rettungsschein kann mit dem vollendeten 16. Lebensjahr absolviert werden. Dazu werden die körperliche Eignung (ärztliches Attest), der Besuch eines Rettungsschwimmerkurses und die erfolgreiche Ablegung der vorgeschriebenen Prüfungen vorausgesetzt.
    Rettungsschwimmen Fachgerechtes Bergen einer im Wasser in Not geratenen Person.
    Schadstoffeindämmung
    Seuchenschutz Prävention von Epidemien und Pandemien.
    Sicherung der Unfallstelle
    Strahlenschutz Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt vor dem Einfluss ionisierender Strahlen.
    Strahlenschutzverordnung Verordnung ü¨ber allgemeine Maßnahmen zum Schutz von Personen vor Scha¨den durch ionisierende Strahlung.
    Unfallvermeidung Prävention von Unfällen im Arbeits- und Wohnbereich, beim Sport oder im Verkehr.
    Unterwasserbergen Bergen von Verletzten oder Toten aus Gewässern.
    Wasserrettung Rettungsdienst bei Gewässern, der die Suche und Bergung von Menschen in Seenot und ihre medizinische Erstversorgung durchführt.
    Werkschutz Sicherheitsdienst für Unternehmen mit der Aufgabe, Gefahren und Schäden vom Betrieb und den Beschäftigten abzuwenden.
    Werksfeuerwehr Kenntnisse in der speziellen Brandbekämpfung und Gefahrenabwehr entsprechend den Anforderungen eines bestimmten Betriebs.
    Wildbachverbauung Kenntnisse in baulichen Maßnahmen des Flussbaus, mit denen die durch Wildbäche hervorgerufenen Gefahren beseitigt bzw. vermindert und kontrolliert werden sollen.
    Wildwasser-Retterschein Für einen Wildwasser-Retterschein sind erweiterte Gewässerkunde (auch Hochwasser), erweiterte Materialkunde, Einsatzorganisation und taktische Führung, erweiterte Sicherungs-, Rettungs- und Bergetechniken sowie Erster Hilfe, Zusatztechniken wie Rafting und Canyoning vorausgesetzte Anforderungen.
    Wildwasserschutz Maßnahmen zum Schutz vor Schäden durch Wildwasserereignisse.
    Wildwasserverbauung Bauliche Maßnahmen des Flussbaus, mit denen die durch Wildbäche hervorgerufenen Gefahren beseitigt oder vermindert werden sollen, z.B. durch Aufforstung im Wassereinzugsgebiet, Errichtung und Korrektur von Geröllsperren, Schwellen, Dämmen oder Schwemmfächern.
     
    Gefragt ist diese Qualifikation in folgenden Berufsfeldern:
    Bundesheer
    Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei
    Öffentliche Sicherheit
    © AMS Österreich November 2012 Zum AMS-Berufsinformationssystem