BERUFE

Auswahllisten:

Pfeilsystematisch   Pfeil graualphabetisch

GREEN JOBS & SKILLS

grüner Pfeil nach rechtsHandel, Logistik, Verkehr

11 % aller Green Jobs in Österreich

Im Handel mit Umweltgütern und -technologien waren 2011 21.784 Umweltbeschäftigte tätig – damit entfallen auf den Handel knapp 11 % aller Green Jobs.

Zu den Green Jobs im Handel zählen Beschäftigte im Groß- und Einzelhandel mit ökologischen Lebensmitteln, Ökoprodukten, Umwelttechnologien sowie Altmaterialien und Reststoffen. Ein Großteil der Green Jobs ist im Groß- und Einzelhandel (ohne Altmaterialien und Reststoffe) angesiedelt (2011: 19.713), 2.071 Umweltbeschäftigte sind im Großhandel mit Altmaterialien und Reststoffen tätig. Der Anteil an Green Jobs an den Beschäftigten im Groß- und Einzelhandel beträgt 4,0 % (Statistik Austria 2012: Umweltgesamtrechnungen).

Im Vergleichszeitraum von 2008 bis 2011 ist die Umweltbeschäftigung insgesamt leicht (- 0,8 %) zurückgegangen, wobei für den Rückgang die Umweltbeschäftigten im Großhandel mit Altmaterialien und Reststoffen (- 10,0 %) verantwortlich sind, die Umweltbeschäftigung im Bereich Groß- und Einzelhandel mit ökologischen Lebensmitteln, Ökoprodukten, Umwelttechnologien ist hingegen leicht (+ 0,3 %) gestiegen.

Nachhaltiger Konsum

Ein Blick auf das ökologische Einkaufsverhalten der ÖsterreicherInnen zeigt, dass biologisch und regional produzierte Erzeugnisse verstärkt nachgefragt und gekauft werden. Der Anteil der Bio-Produkte im Lebensmittel-Einkaufskorb der ÖsterreicherInnen betrug 2010 7,3 % - 2007 waren es vergleichsweise noch 6 %. Vor allem bei Milch und Milchprodukten, Obst und Gemüse sowie Eiern greifen KonsumentInnen verstärkt zu Bio-Produkten (Statistik Austria 2011: Umweltbedingungen, Umweltverhalten). Nachhaltiges Konsumverhalten ist neben ökologischen Produkten auch in Hinblick auf Fair-Trade-Produkte feststellbar. Im Vergleichszeitraum von 2007 bis 2012 konnten die verkauften Mengen der Produktgruppen Bananen, Kaffee und sonstige Erzeugnisse (Reis, Tee, Säfte) um jeweils 80 % zulegen, Kakao und Schokolade um jeweils 50 % (Lebensministerium: Indikatoren-Bericht für das Monitoring Nachhaltiger Entwicklung 2013).

Auch ökologische Pflege- und Reinigungsprodukte, Möbel oder Naturtextilien werden verstärkt angeboten. Der Marktanteil dieser Produkte ist aber relativ niedrig.
KonsumentInnen achten beim Kauf von Haushaltsgeräten auch auf die Energieeffizienz, die Einführung der Energieverbrauchs-Kennzeichnung hat hier bessere Vergleichsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Modellen geschaffen (Statistik Austria 2011: Umweltbedingungen, Umweltverhalten).

Green Jobs im Handel werden über Umsätze errechnet

Die Zuordnung von Green Jobs im Handel erfolgt über den Anteil der grünen Produkte am Gesamtumsatz. Für das Beispiel Lebensmitteleinzelhandel bedeutet das, dass zu den Umweltbeschäftigten nicht nur MitarbeiterInnen von Bio-Geschäften, sondern auch anteilsmäßig MitarbeiterInnen von konventionellen Handelsketten mit Bio-Produkten im Sortiment eingerechnet werden.
Die steigende Nachfrage nach Bio-Erzeugnissen und Umsatzzuwächse sind Belege für das Wachstumspotenzial des Bio-Handels und lassen auch zukünftig positive Beschäftigungseffekte erwarten. Allerdings ist in diesem Zusammenhang kritisch anzumerken, dass es durch die Koppelung der Umweltbeschäftigten an die grünen Umsätze bzw. Umsatzanteile teilweise zu einer „Umetikettierung“ bestehender Arbeitsplätze in Green Jobs kommt. Green Jobs im Handel gehen zudem nicht notwendigerweise mit verbesserten Arbeitsbedingungen einher. Repräsentative Studien bezüglich der Arbeitsbedingungen im österreichischen Bio-Handel existieren nicht, Einzelbefunde – z.B. bezüglich Entlohnung, Arbeitszeit, Teilzeitstellen – lassen darauf schließen, dass die Arbeits- und Rahmenbedingungen weitgehend dem allgemeinen Bild des Handels entsprechen (Leitner et. al. 2012: Green Jobs. Arbeitsbedingungen und Beschäftigungspotenziale). Zugespitzt formuliert macht es für eineN MitarbeiterIn im Lebensmitteleinzelhandel keinen qualitativen Unterschied, ob ein herkömmliches oder ein Bio-Produkt kassiert oder in ein Regal einsortiert wird (Littig in: Report Plus 5/2013).

Green Skills

Dass neue grüne Berufsbilder im Handel und Verkauf in Österreich entstehen, zeichnet sich aktuell nicht ab. In Deutschland gibt es vergleichsweise seit ein paar Jahren Weiterbildungen zum/zur Naturkost-FachberaterIn. Green Skills, die für den Bereich Handel und Verkauf angeführt werden können, stehen weitgehend mit dem Warensortiment und den angebotenen Produkten in Zusammenhang. Im Bereich Lebensmittel sind dies beispielsweise Kenntnisse der verschiedenen Bio-Siegel und Kontrollzeichen sowie gegebenenfalls Wissen über Inhalts- und Zusatzstoffe. Für VerkäuferInnen in Baumärkten und Gartencentern können als weitere Beispiele Produktkenntnisse im Bereich Ökobaustoffe und -farben, Natur-Baumaterialien bzw. Bio-Saatgut und -Pflanzen (d.h. ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Spritzmitteln, mineralischen Kunstdüngern, gentechnischen Methoden) genannt werden. In den Segmenten Elektro- und Haushaltsgeräte gewinnen Kenntnisse bezüglich Energieeffizienz und Energie-Labels an Bedeutung. Im Kfz-Handel und –Verkauf ist Elektromobilität ein kleiner, aber wachsender Bereich – der Bestand an Hybrid-Fahrzeugen liegt aktuell immerhin bei rund 9.500 PKWs, Elektro-PKWs kommen auf 1.685 (Statistik Austria: Fahrzeug-Bestand Juli 2013).


Zurück
© AMS Österreich Juni 2019