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GREEN JOBS & SKILLS

grüner Pfeil nach rechtsBau, Baunebengewerbe, Holz, Gebäudetechnik

31.000 Umweltbeschäftigte in Bau und Baunebengewerbe

Green Jobs in der Bauwirtschaft umfassen die Wirtschaftsabteilungen Hochbau, Tiefbau und sonstige Bautätigkeiten. Rund 31.000 Umweltbeschäftigte waren 2011 der Bauwirtschaft zuzurechnen (Hochbau: 15.191, Tiefbau: 2.638, Sonstige Bautätigkeiten: 13.209).

Der Hochbau umfasst Niedrigenergiehausbau und thermische Gebäudesanierung, zum Tiefbau zählen die Errichtung von Kläranlagen und Kanalbau, sonstige Bautätigkeiten beinhalten die Installation von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie und die thermische Sanierung (Statistik Austria 2012: Umweltgesamtrechnungen).

Hochbau und sonstige Bautätigkeiten sind sowohl in Hinblick auf Umsatzanteile (7,2 % bzw. 6,0 %) als auch in Hinblick auf die Anteile der Umweltbeschäftigten (8,9 % bzw. 7,7 %) bedeutendere Bereiche als der Tiefbau (je 1,5 % Umsatz- und Beschäftigtenanteil) (Statistik Austria 2012: Umweltgesamtrechnungen).

Während im Hoch- und Tiefbau die Umweltbeschäftigten im Zeitraum von 2008 bis 2011 stark zurückgingen (Hochbau: - 19,7 %, Tiefbau - 20,8 %), konnte der Bereich sonstige Bautätigkeiten starke Beschäftigungszuwächse verzeichnen (+ 24,7 %) (Statistik Austria 2012: Umweltgesamtrechnungen).

Beschäftigungseffekte: Gebäudesanierung

Aufgrund der großen Bedeutung der Gebäudesanierung in diesem Bereich sollen zunächst die Beschäftigungseffekte und in weiterer Folge Green Skills näher beleuchtet werden.
Das IHS geht von positiven Beschäftigungseffekten von ca. 26.500 Arbeitsplätzen bis 2020 aus – vor allem für den Bausektor, die durch steigende Investitionen und Förderungen im Bereich Gebäudesanierung erzielt werden sollen. Die Zuwächse betreffen in Hinblick auf Qualifikationsniveaus vor allem Mittel- und Geringqualifizierte und in Hinblick auf die Tätigkeitsbereiche vor allem Bauinstallation, Ausbau und Bauhilfsgewerbe (Balabanov et. al. 2010: Mehr und qualitätsvollere Green Jobs).

Green Skills

Die energetische Sanierung von Gebäuden zielt auf eine Reduktion des Energieverbrauchs in Kombination mit einer Energieeffizienzsteigerung. Ein wesentlicher Anteil des Energieverbrauchs entfällt auf den Heizwärmebedarf eines Gebäudes. Der Begriff thermische Sanierung wird daher verwendet, wenn es vorwiegend um die Komponente Wärmebedarf geht. Zu den Maßnahmen der Gebäudesanierung zählen u.a. Dämmungen der Gebäudehülle zur Senkung des Heizwärmebedarfs (Außenwände, Dächer, obere Geschoßdecken, Keller), Sanierung und Austausch von Fenstern und Außentüren, Verbesserung der Heizungsanlagen bzw. Umstellung auf nachhaltigere Wärmeerzeugungssysteme (thermische Solaranlagen, Wärmepumpen, Holzzentralheizungen, Nah-/Fernwärmeumstieg).
Für an der energetischen/thermischen Sanierung beteiligte Berufe – z.B. DachdeckerIn, Wärme-, Kälte-, Schall- und BrandschutztechnikerIn, InstallationstechnikerIn – ist ein „greening“ der Tätigkeitsbereiche erkennbar. Das heißt, dass Green Skills Teil des Berufsprofils werden. Dazu zählen zum Beispiel ökologische Dämm- und Baustoffe, Werkstoffe zur Steigerung der Energieeffizienz, spezifische Materialeigenschaften, Einsatzarten, der Einbau von haustechnischen Komponenten wie Solaranlagen, Wärmepumpen, Warmwasseraufbereitung, aber auch Produktkenntnisse und KundInnenberatung zu Energiethemen.

BautechnikerIn mit Schwerpunkt Sanierungstechnik

Im Bereich der Bautechnik hat sich eine grüne Berufsspezialisierung für den Bereich Sanierungstechnik etabliert. BautechnikerInnen mit Schwerpunkt Sanierungstechnik beschäftigen sich mit der Erhaltung und Sanierung von alten Bausubstanzen. Zu dem Tätigkeitsbereich zählen u.a. Green Skills wie die Planung und Durchführung von Sanierungsmaßnahmen der Gebäudehülle und der Haustechnik, Baudiagnostik und Bestandsaufnahme, Aspekte der Finanzierung, Förderung und Kostenvergleiche, Umweltschutzkonzepte (AMS Berufslexikon: BautechnikerIn (Sanierungstechnik); BMVIT 2011; green-jobs.at 2013).

Ökoenergietechnik

Im Lehrberuf Installations- und GebäudetechnikerIn kann das Spezialmodul „Ökoenergietechnik“ gewählt werden. Die Green Skills umfassen u.a.: die Montage, Instandhaltung und Wartung von Alternativenergieanlagen (wie z.B. Solarkollektoren, Wärmepumpen, Pellets-, Hackschnitzel- und Biomasseanlagen); das Ausstellen von Prüf- und Wartungsprotokollen für Alternativenergieanlagen; KundInnenberatung bezüglich Einsatzgebieten sowie Vor- und Nachteile von Alternativenergieanlagen; Planung, Kalkulation und Abrechnung von Alternativenergieanlagen (AMS Berufslexikon: Installations- und GebäudetechnikerIn).


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