BERUFE

Auswahllisten:

Pfeilsystematisch   Pfeil graualphabetisch

FRAUEN UND MÄNNER AM ARBEITSMARKT

grüner Pfeil nach rechtsWissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung

Frauen im Bildungsbereich in der Überzahl; in Forschung und Entwicklung sind mehr Männer

Beschäftigte

Während im Teilbereich „Forschung und Entwicklung“ mehr Männer als Frauen arbeiten (Frauenanteil: 42,8 %), ist der anteilsmäßig wesentlich größere Bereich „Erziehung und Unterricht“ weiblich dominiert (Frauenanteil: 57,1 %). Insgesamt belaufen sich die Beschäftigungsstände 2014 auf 63.900 Frauen und 51.300 Männer. Der Frauenanteil liegt insgesamt bei 55,5 %.

Unselbstständige Beschäftigung Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung 2014, Österreich

Diagramm

Beschäftigungsentwicklung

Im Zeitraum 2011-2014 ist die unselbständige Beschäftigung im Berufsbereich „Wissenschaft, Forschung und Entwicklung“ um 9,1 % gestiegen. Es handelt sich dabei um eine konstante Wachstumsphase, ohne Unterbrechungen. Bei den Frauen fiel der Beschäftigungszuwachs mit 9,8 % noch ein wenig stärker aus als bei den Männern (8,3 %).

Zeitreihe 2011-2014 Gesamtbereich Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, Österreich

Diagramm Tabelle anzeigen

Lehrlinge

Der einzige Lehrberuf des Berufsbereichs „Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung“ ist „PhysiklaborantIn“.Die Lehrlingszahlen sind dementsprechend gering: 20 Frauen stehen 29 Männern gegenüber. Der Frauenanteil liegt bei 40,8 %.

Lehrlinge Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung 2014, Österreich

Diagramm Tabelle anzeigen

Einkommen

Starke Geschlechterdiskrepanzen bestehen beim Einkommen in der Branche „Erziehung und Unterricht“: Mit einem durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen von knapp 35.000 Euro verdienen Frauen nur 71 % vom äquivalenten Wert der Männer (49.300 Euro).

Physische und psychische Belastungsfaktoren

Hinsichtlich körperlicher Belastungen im Bereich „Erziehung und Unterricht“ sind Männer am stärksten von „Arbeiten, bei denen eine starke Anstrengung der Augen nötig ist“ (39,7 %) und „Lärm“ (31,6%) betroffen. Von allen anderen Belastungsfaktoren sind zu wenige betroffen, um die Daten angemessen interpretieren zu können (geringe Stichprobengröße). Bei den Frauen sind die beiden häufigsten genannten Faktoren dieselben wie jene der Männer, aber in umgekehrter Reihenfolge: Etwa jede Zweite (46,7 %) fühlt sich durch Lärm und jede Dritte (32,5 %) durch „Arbeiten, bei denen eine starke Anstrengung der Augen nötig ist“ belastet. Zudem stellen „Schwierige Arbeitshaltungen und Bewegungsabläufe“ für etwa jede fünfte (20,6 %) und „Hantieren mit schweren Lasten“ für jede zehnte Frau (10,4 %) eine körperliche Belastung dar.

Hinsichtlich psychischer Belastungsfaktoren stehen „Starker Zeitdruck oder Arbeitsüberlastung“ sowohl bei Frauen (33,9 %) als auch bei Männern (28,2 %) deutlich an oberster Stelle. Die Werte der übrigen Faktoren sind zu niedrig um sinnvolle Interpretationen zuzulassen.

...und das sagen die ExpertInnen

Im Hochschulbereich besteht immer noch eine starke horizontale Segregation: Frauen sind in geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Fächern stark vertreten; in der Technik und Naturwissenschaft (besser entlohnt und höheres Prestige) jedoch nicht. Trotz gezielter Fördermaßnahmen hat sich diesbezüglich wenig verändert. Ebenso schwer aufzubrechen ist die vertikale Segregation. Im universitären Bereich sind Frauen häufiger in temporär begrenzten und weniger gut bezahlten Stellen als Männer. Die Anzahl der Professorinnen nimmt zu, jedoch sehr fächerspezifisch und v.a. im MINT-Bereich nur äußerst langsam.

In der technischen Industrie arbeiten nur wenige Universitätsabsolventinnen. Jene die ein technikbezogenes Fach studieren satteln später häufig auf andere Berufe (z.B. Lehramt) um.

Beim wissenschaftlichen Personal gibt es keine nennenswerten Geschlechterunterschiede hinsichtlich Teilzeit-Arbeitsverhältnisse. Anders ist dies bei nicht-wissenschaftlichen Teilzeitjobs an Universitäten, wo der Frauenanteil und –andrang groß ist.

Im Bildungsbereich ist es einfacher für Väter in Karenz zu gehen als in der Privatwirtschaft, daher wird diese Möglichkeit auch häufiger – wenn auch meist nur für einen kurzen Zeitraum – in Anspruch genommen.

Grundsätzlich haben hoch qualifizierte Migrantinnen gute Chancen am tertiären Arbeitsmarkt. Wird jedoch eine Beschäftigungsbewilligung benötigt, ist es schwierig einen adäquaten Job zu finden, da Firmen den Mehraufwand meiden.

Die Einführung von Frauenquoten hat im Hochschulbereich zu einer Zunahme des Anteils an Frauen in Spitzenpositionen geführt. Beim Gehalt gibt es immer noch enorme Nachteile für Frauen und die Prekarisierung (Unsicherheiten bei Erwerbstätigkeiten) nimmt zu, wovon Frauen generell stärker betroffen sind als Männer.


Zurück
Zur vollständigen Gender-Studie Zur vollständigen Gender-Studie
© AMS Österreich Juni 2019