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FRAUEN UND MÄNNER AM ARBEITSMARKT

grüner Pfeil nach rechtsBau, Baunebengewerbe, Holz, Gebäudetechnik

Geringer Frauenanteil: 16 %

Beschäftigte

2014 waren 16 % der Beschäftigten im Berufsbereich Frauen. Die höchsten Frauenanteile waren mit rund 34 % im Bereich der „Architektur- und Ingenieurbüros“ bzw. mit rund 22 % im Bereich „Herstellung von Möbeln“ zu verzeichnen. Besonders niedrig ist der Frauenanteil innerhalb der Vergleichsgruppe mit rund 7 % im „Tiefbau“, aber auch im „Hochbau“ beträgt er nur knappe 10 %.

Unselbständig Beschäftigte Bau, Baunebengewerbe, Holz und Gebäudetechnik 2014, Österreich

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Beschäftigungsentwicklung

Über die letzten vier Jahre gesehen blieb die Zahl der beschäftigten Frauen relativ konstant. Sowohl die Anzahl der männlichen als auch der weiblichen Beschäftigten hat in den letzten Jahren leicht abgenommen.

Zeitreihe 2011-2014 Gesamtbereich Bau, Baunebengewerbe, Holz und Gebäudetechnik, Österreich

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Lehrlinge

Bei den Lehrberufen in diesem Berufsbereich waren 2014 knapp unter 7 % der Lehrlinge weiblich. Anteilsmäßig am meisten Frauen erlernten die Berufe Installations- und GebäudetechnikerIn (Gas- und Santiärtechnik), Bautechnischer Zeichner/Bau-technische Zeichnerin bzw. Tapezierer/in und Dekorateur/in (46 %, 35 % bzw. 34 %).

Lehrlinge Bau, Baunebengewerbe, Holz und Gebäudetechnik 2014, Österreich

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Beschäftigungsformen

Die Teilzeitquote bei Frauen ist mit 49,9 % um ein Vielfaches höher als die bei Männern (4,4 %). Im „Bauwesen“ befinden sich 27.600 weibliche und 11.700 männliche unselbständig Erwerbstätige in Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen.

Sonderformen der Arbeitszeit

Von Sonderformen der Arbeitszeit sind in diesem Berufsbereich die 299.400 männlichen Erwerbstätigen deutlich häufiger betroffen als die 58.100 weiblichen. Beide Gruppen berichten in erster Linie von Samstagsarbeit. Männern mussten rund sechsmal häufiger Abendarbeit verrichten als Frauen.

Physische und psychische Belastungsfaktoren

Die 274.300 erwerbstätigen Männer sehen sich bei physischen Belastungsfaktoren am häufigsten Staub (63,4 %) ausgesetzt, gefolgt von Hantieren mit schweren Lasten (54,5 %). Die restlichen Belastungsfaktoren sind annähernd gleich hoch und werden von knapp der Hälfte der Männer angeführt.

Bei den 57.300 weiblichen Erwerbstätigen stehen innerhalb der angeführten Faktoren schwierige Arbeitshaltungen bzw. Bewegungsabläufe im Vordergrund (15,2 %).

Von den psychischen Belastungsfaktoren sticht nur einer hervor: 42, 4 % der Männer klagen über Zeitdruck.

Einkommen

Das Bruttojahreseinkommen von Frauen liegt im Baubereich mit 31.899 Euro bei knapp 90 % des Einkommens der Männer. Damit ist der Einkommensunterschied hier vergleichsweise gering

Berufsnachfrage

In den letzten beiden Jahren vor der Durchführung der AMS-Betriebsbefragung 2013/14 wurden am häufigsten MaurerInnen (1.328) und InstallationstechnikerInnen (1.111) eingestellt. Mit deutlichem Abstand folgen Zimmerer, Zimmerin (707). Hinsichtlich der Anzahl der Nennungen liegt darüber hinaus der Beruf TischlerIn an dritter Stelle innerhalb des Berufsbereiches.

Berufsnachfrage TOP 10 im Berufsbereich Bau, Baunebengewerbe und Holz, Österreich

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Berufsdynamik

Die größte Dynamik im Berufsbereich wird bei DrechslerInnen und MusikinstrumentenerzeugerInnen zu verzeichnen sein, wenngleich diese Berufe die geringste Anzahl an Nennungen in diesem Berufsbereich aufweisen. MaurerInnen wurden zwar am häufigsten innerhalb der angeführten Berufe genannt, die Bedarfsentwicklung befindet sich jedoch eher im unteren Bereich.

Berufe mit positiver Dynamik im Berufsbereich Bau, Baunebengewerbe und Holz, Österreich

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...und das sagen die ExpertInnen

In der Bauindustrie arbeiten viel mehr Männer als Frauen. Kleinere diesbezügliche Veränderungen sind in den Unternehmensbereichen Personalentwicklung und Kommunikation zu beobachten, es gibt aber auch schon mehr Bauleiterinnen, als das früher der Fall war. Meist gibt es in jenen Bereichen mehr Frauen, wo Teilzeitarbeit üblicher ist. Da es dagegen aber immer noch Vorbehalte gibt, werden häufig Männer selbst dann, wenn Frauen die gleiche Qualifikation haben, bevorzugt beschäftigt.

Frauen in Führungspositionen gibt es in der Baubranche am ehesten auf den unteren Ebenen in den Unternehmen. Auf der Vorstandsebene und im mittleren Managementbereich trifft man sie nur vereinzelt an.

Bei den BewerberInnen mit Migrationshintergrund wird das Qualifikationsniveau generell besser. Bei einigen Berufen wie MaurerInnen, SchalungsbauerInnen oder TiefbauerInnen gibt es jedoch – anders als bei technischen ZeichnerInnen und ElektrikerInnen – nicht einmal Bewerbungen von Mädchen, was auf die körperlich sehr anstrengende Arbeit in diesen Bereichen zurückgeführt wird.


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© AMS Österreich Juni 2019