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FRAUEN UND MÄNNER AM ARBEITSMARKT

grüner Pfeil nach rechts_alt_20150702_Bau, Baunebengewerbe und Holz

Geringer Frauenanteil: 13 %

Beschäftigte

2011 waren 13 % der Beschäftigten im Berufsbereich Frauen, wobei man davon ausgehen kann, dass viele davon in administrativen bzw. wirtschaftlichen und nicht in handwerklichen Funktionen tätig sind. Der höchste Frauenanteil war mit 22 % im Bereich „Herstellung von Möbeln“ zu verzeichnen.

Unselbstständige Beschäftigung Bau, Baunebengewerbe und Holz 2011, Österreich

Diagramm

Beschäftigungsentwicklung

Über die letzten vier Jahre gesehen lag die Zahl der beschäftigten Frauen nach Schwankungen nach unten und oben 2011 leicht unter jener von 2008. Die Anzahl der männlichen Beschäftigten hat ebenfalls etwas abgenommen.

Zeitreihe 2008-2011 Gesamtbereich Bau, Baunebengewerbe und Holz, Österreich

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Lehrlinge

Bei den Lehrberufen in diesem Berufsbereich waren 2011 etwas mehr als 9 % der Lehrlinge weiblich. Anteilsmäßig am meisten Frauen erlernten die Berufe Bautechnischer Zeichner/Bautechnische Zeichnerin bzw. Tapezierer/in und Dekorateur/in (32 % bzw. 26 %).

Lehrlinge Bau, Baunebengewerbe und Holz 2010, Österreich

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Beschäftigungsformen

Die Teilzeitquote bei Frauen ist mit 43,9 % um ein Vielfaches höher als die bei Männern (3,0 %). Im „Bauwesen“ befinden sich 20.000 weibliche und 8.000 männliche Erwerbstätige in Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen.

Sonderformen der Arbeitszeit

Von Sonderformen der Arbeitszeit sind in diesem Berufsbereich die 269.000 männlichen Erwerbstätigen tendenziell häufiger betroffen als die 45.500 weiblichen. Eine Ausnahme bildet die Arbeit zu Hause, von der 15,7 % der Frauen und 11,4 % der Männer berichten. Beide Gruppen berichten in erster Linie von Samstagsarbeit.

Physische und psychische Belastungsfaktoren

Männer sehen sich physischen Belastungsfaktoren häufiger ausgesetzt als Frauen. Die 292.000 männlichen Erwerbstätigen im „Bauwesen“ nennen hier vor allem Kälte und Staub (28,9 % bzw. 19,2 %), die 44.400 weiblichen Erwerbstätigen in erster Linie das Hantieren mit schweren Lasten (10,1 %).

Bei den psychischen Belastungsfaktoren unterscheiden sich die Werte für Frauen und Männer in den meisten Fällen nur geringfügig. Lediglich beim Thema „Zeitdruck und Überbeanspruchung“ sind letztere nach eigenen Angaben stärker betroffen. Sowohl für Frauen (20,9 %) als auch für Männer 36,9 % stellt dieser Faktor die mit Abstand größte seelische Belastung in diesem Berufsbereich dar.

Einkommen

Das mittlere Bruttojahreseinkommen von Frauen liegt mit 28.900 Euro bei knapp 87 % von jenem der Männer.

Berufsnachfrage und Berufsdynamik

In den letzten beiden Jahren vor der Durchführung des AMS Großbetriebs-Monitorings 2011 wurden am häufigsten MaurerInnen (1.449), BauhelferInnen (1.255) und InstallationstechnikerInnen (1.049) eingestellt. Diese drei Berufsgruppen scheinen auch in der Liste der „Top 25“ der am meisten gefragten Berufe auf.

Die Berufsdynamik in dieser Branche gestaltet sich unterschiedlich. Die größte Dynamik im Berufsbereich wird bei BaupolierInnen und DachdeckerInnen zu verzeichnen sein. Diese Berufsgruppen sind ebenso wie jene der SchalungsbauerInnen, StuckateurInnen und TrockenausbauerInnen sowie TischlerInnen in den „Top 25“ der Berufe mit der stärksten Dynamik vertreten. Vergleichsweise negativ wurde der Bedarf an Hilfskräften in der Holzverarbeitung, TiefbauerInnen und GebäudetechnikerInnen eingeschätzt.

...und das sagen die ExpertInnen

Die Thematisierung einer verstärkten Beschäftigung von Frauen in technischen und handwerklichen Berufen hat zu einem steigenden Interesse von jungen Frauen bei den entsprechenden Ausbildungen geführt. Vor allem trifft dies auf schulische und hochschulische Bildung zu, etwa bei den bautechnischen ZeichnerInnen, in branchenrelevanten HTLs oder bei der Baumeisterprüfung. Im Handwerk sind Frauen eher in Tischlerei und Malerei tätig als am Bau, etwa als MaurerInnen. Allgemein sind Frauen verstärkt in Bereichen zu finden, in denen Kreativität gefragt ist, so etwa auch in der Architektur.

Das Einkommen ist für sehr viele Berufe in diesem Bereich kollektivvertraglich geregelt, und Frauen können in den entsprechenden Positionen davon profitieren.

Die Arbeit in Bereichen wie der Bauleitung erfordert oft ein hohes Maß an zeitlicher und räumlicher Flexibilität, das nicht leicht mit eventuellen Betreuungspflichten vereinbar ist.


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© AMS Österreich Juni 2017