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Hilfsberufe und Aushilfskräfte
 
Hoher Frauenanteil von 61,1%

Beschäftigte: Frauenanteil, Männeranteil

Der Berufsbereich Hilfsberufe und Aushilfskräfte ist eine sehr breite und heterogene Berufsgruppe. Insgesamt arbeiten mehr als 61 % Frauen in diesem Bereich. Man kann also von einem weiblich dominierten Bereich sprechen.

Bereiche, wo v.a. Frauen als Hilfs- oder Aushilfskräfte arbeiten, sind: Reinigung (82,2 %), Soziales (91,9 %), Pädagogik (75 %), Gesundheit und Medizin (77,3 %) – also durchwegs frauendominierte Berufsbereiche. Davon ist v.a. der Berufsbereich Reinigung ein für Hilfsberufe und Aushilfskräfte sehr wichtiger Bereich, in dem 44,9 % aller Erwerbstätigen dieser Berufsgruppe arbeiten.

Weitere Berufsbereiche mit einer hohen Anzahl an Hilfs- und Aushilfskräfte sind die männlich dominierten Bereiche Holz und Bau (15,7 %) sowie Maschinenbau, Metallverarbeitung und Kfz (7,5 %) einerseits, und das weiblich dominierte Gastgewerbe und Tourismuswesen (14,8 %) andererseits.

Grafik 1: Anteil der weiblichen und männlichen Beschäftigten nach Berufsgruppen der Österreichischen Berufssystematik (ÖBS)



Ausbildung

Die Berufsgruppe Hilfsberufe und Aushilfskräfte benötigt keine formale Ausbildung und keine oder nur geringe Vorkenntnisse. Innerhalb des Berufsfeldes erkennt man durchwegs einen höheren Frauenanteil in niederqualifizierten Berufsbereichen. Vor allem im Berufsbereich Reinigung werden niedrig bzw. unqualifizierte Tätigkeiten hauptsächlich von Frauen ausgeführt. Der Frauenanteil bei angelernten Tätigkeiten und Hilfstätigkeiten liegt bei 84 % bzw. 82 % und ist damit um ca. 40 % bzw. 30 % höher als in der Gesamtbeschäftigung.

Einkommen

Außer bei den Berufsgruppen Maschinenbau, Metallbearbeitung und Kfz sind die Lohnniveaus in den Bereichen der Hilfsberufe und Aushilfskräfte äußert niedrig. Vor allem die Berufsgruppen Reinigung und Beherbergungs- und Gaststättewesen haben ein sehr niedriges durchschnittliches Einkommensniveau.

Die Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen ist mit 44 % (Einkommensvorteil der Männer: 79 %) im Bereich Reinigung überdurchschnittlich hoch. Die Lohnsituation von Frauen in dieser Berufsgruppe ist aufgrund des niedrigen allgemeinen Lohnniveaus und des hohen geschlechtsspezifischen Einkommensnachteils doppelt unbefriedigend.

Anders im Beherbergungs- und Gaststättewesen. Hier ist der sehr geringe Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen auffallend, der mit 18,6 % (22,9 % Einkommensvorteil der Männer) nur etwas mehr als die Hälfte der durchschnittlichen geschlechtsspezifischen Einkommenslücke beträgt.

Grafik 2: Durchschnittliche Bruttojahreseinkommen der Beschäftigten in Euro im Berufsbereich Hilfsberufe und Aushilfskräfte nach Geschlechterdifferenz


Beschäftigungsformen und Arbeitszeit

Beschäftigungsformen sind in einem so heterogenen Bereich wie Hilfsberufe und Aushilfskräfte nur schwer auszumachen. Während in den Berufsbereichen Maschinenbau, Metallbearbeitung und Kfz sowie Bau und Holz die Erwerbstätigen insgesamt v.a. Vollzeit beschäftigt sind, sind sie im Gastgewerbe und Tourismus mehrheitlich Teilzeit beschäftigt.

Insgesamt lässt sich in allen Berufsbereichen eine hohe Arbeitsbelastung feststellen. Im Berufsbereich Reinigung sind Nässe-, Schmutz- und Staubbelastung, Arbeit unter hohem Zeitdruck und schweres Heben alltäglich. Im Gastgewerbe und Tourismus zählen unregelmäßige Arbeitszeiten und geringe Beschäftigungsdauer zu den belastenden Faktoren. Im Berufsbereich Maschinenbau, Metallbearbeitung und Kfz sind es v.a. Staub und schwere körperliche Arbeit.
© AMS Österreich November 2012