Prognose von 2009
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Oberösterreich
 
Wirtschaftsniveau

Das Wirtschaftsniveau in Oberösterreich insgesamt entspricht dem Österreichdurchschnitt, wobei sehr große regionale Unterschiede festzustellen sind: Die Werte reichen von 60% im Mühlviertel über 77% im Innviertel, 88% im Traunviertel bis zu 133% im Zentralraum Linz-Wels.

Das Bruttoregionalprodukt je EinwohnerIn liegt bei € 32.800,– und damit leicht unter dem Österreichdurchschnitt von € 32.900,–.
 
Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaftsstruktur weist in Oberösterreich einen hohen Industrieanteil auf (39%), der Dienstleistungssektor ist hingegen deutlich unterrepräsentiert und liegt mit einem Anteil von 60% um 10% niedriger als der österreichische Wert. In Teilbereichen Oberösterreichs hat auch die Landwirtschaft Bedeutung. Auf den primären Sektor (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei) entfallen 2%, der Anteil ist damit doppelt so hoch wie im Österreichschnitt.

Hinsichtlich der Industrie ist besonders die Metallerzeugung sowie der Maschinen- und Fahrzeugbau sehr beschäftigungsintensiv. In fast allen Bereichen der Sachgütererzeugung gibt es in Oberösterreich überdurchschnittliche Beschäftigungsanteile: beispielsweise stellen das Bauwesen, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, der Bereich Chemie, Gummi- und Kunststoffwaren, Elektrotechnik, Feinmechanik, Optik, aber auch die Holzbe- und verarbeitung sowie Papier, Pappe, Druck und sonstige Produktion wichtige Bereiche dar.

Ein Blick auf die Beschäftigungsanteile in den einzelnen Wirtschaftssektoren unterstreicht die Bedeutung der Industrie und des Gewerbes in Oberösterreich. Rund 30% der Erwerbstätigen sind im sekundären Sektor beschäftigt, um 7% mehr als im Österreichschnitt. Auch die Beschäftigten in der Landwirtschaft liegen um 1% höher als im Durchschnitt. Der Dienstleistungssektor mit einem Beschäftigtenanteil von 63% befindet sich deutlich unter dem gesamtösterreichischen Schnitt (71%).


Siehe dazu auch: Arbeitsmarktprofil Oberösterreich 2011
 
Arbeitsmarktentwicklung

Die Beschäftigung legte in Oberösterreich von 2010 auf 2011 um 2,2% zu und lag damit über dem Österreichdurchschnitt (1,8%). Die Beschäftigung der Männer (+2,5%) stieg dabei stärker als jene der Frauen (+1,8%). Die Beschäftigungszunahme bewegte sich in den meisten Bezirken zwischen 1,4% und 1,9%, in den Bezirken Braunau, Steyr und Vöcklabruck lag sie über 2%. Eine deutliche Zunahme zeigte der tertiäre Sektor, dennoch hält Oberösterreich seine wichtige Stellung im Industriesektor. In allen drei Wirtschaftssektoren kam es zu Beschäftigungszuwächsen.

Der Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger hat im Jahr 2011 in Oberösterreich 608.139 unselbständig Beschäftigte registriert, der Frauenanteil belief sich auf 44,9%, bei rund 11% lag der Anteil an ausländischen Arbeitskräften.

Die Erwerbsquote betrug 2011 73,45% (Frauen 69,7%, Männer 76,7%) und entspricht somit in etwa dem österreichischen Bild (Österreich gesamt 73,6%, Frauen 71,0%, Männer 76,1%). Die Arbeitslosigkeit lag 2011 mit 4,2% klar unter dem österreichischen Durchschnitt von 6,7%, die Frauen- und Männerarbeitslosigkeit liegt mit Quoten von 4,2% bzw. 4,3% auf fast gleichem Niveau.

Auch wenn Oberösterreich die wichtige Stellung im Industriesektor beibehalten wird, wird es in den nächsten Jahren – analog zur gesamtösterreichischen Entwicklung – zu einer sektoralen Verschiebung zugunsten der Dienstleistungen kommen. Die unselbstständige Beschäftigung wird in Oberösterreich im Beobachtungszeitraum bis 2016 – entsprechend dem Österreichschnitt von 0,9% – wachsen. Vor allem im Dienstleistungssektor werden ca. 35.000 Arbeitsplätze entstehen (+1,5%), wohingegen sich die Beschäftigung im primären und sekundären Sektor leicht rückläufig entwickeln wird. Wachstumsbereiche sind unternehmensbezogene Dienstleistungen (+2,5%) – insbesondere die Überlassung von Arbeitskräften sowie Informationstechnologie und -dienstleistungen – sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (+2,9%).

Die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt ist in Oberösterreich unterdurchschnittlich – der Frauenanteil der Beschäftigten betrug 2010 43,6% (Österreich: 46,1%). Für diese Unterrepräsentation von Frauen am Arbeitsmarkt ist die starke Sachgüterorientierung der oberösterreichischen Wirtschaft verantwortlich, die bevorzugt Männern Arbeitsplätze bietet. Frauen können von dem strukturellen Wandel profitieren, der mehr Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor entstehen lässt. Allerdings wird die Frauenbeschäftigungsquote – trotz Beschäftigungswachstum im Dienstleistungssektor – hinter dem Österreichschnitt zurückbleiben. Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor entstehen vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch Einzelhandel, Erziehung und Unterricht, Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatung sowie Werbung sind Träger des Beschäftigungswachstums für Frauen.

Auch in Hinblick auf das Qualifikationsniveau der Beschäftigten in Oberösterreich zeigt sich die Bedeutung der Sachgütererzeugung: 53,4% der Beschäftigungsverhältnisse (Österreich: 51,9%) entfallen auf die Tätigkeitsgruppe mit Lehr- oder Fachschulabschluss. Im Zeitraum bis 2016 wird die Beschäftigung in Berufen mit Lehr- oder Fachschulabschluss nur schwach zulegen und der Beschäftigungsanteil daher zurückgehen. Hingegen werden akademische Berufe und Berufe auf Maturaniveau über dem Bundesdurchschnitt – und auch über der regionalen Gesamtbeschäftigungsentwicklung – zulegen (+2,6% bzw. +1,4%).
 
Nachfrage der Berufsbereiche basierend auf der Inseratenanalyse (Oberösterreich)
Berufsbereiche Offene Stellen
aktuell online 2012 Veränderung gegenüber 2011
  Printmedien AMS Printmedien AMS
Maschinen, Kfz und Metall 3.159 13.07225.860 -11.653+1.076
Handel und Verkauf 1.113 17.78615.958 +177-882
Hotel- und Gastgewerbe 985 14.00117.724 -4.947-124
Büro, Wirtschaft, Finanzwesen und Recht 1.255 15.70314.824 -1.450+28
Bau, Baunebengewerbe und Holz 1.987 11.00316.746 -3.863+454


In Oberösterreich zeigte sich bei den Berufsbereichen wieder die klare Dominanz des Industriesektors, die sich im Raum Linz durch die voestalpine AG (Stahlerzeugung) sowie die angesiedelten Fahrzeugbau- und Autozulieferbetriebe (BMW-Motorenwerk Steyr, KTM, Bombardier-Rotax, Miba, Reformwerke Wels, Rosenbauer) ausdrückt. Aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der in diesem Bereich angesiedelten Unternehmen kam es in Folge der Wirtschaftskrise zu einem Nachfragerückgang. So rutschte der Berufsbereich Maschinen, Kfz, Metall 2009 auf Platz 5 des Rankings, aufgrund des verbesserten wirtschaftlichen Umfeldes konnte er seit 2011 aber wieder die Spitzenposition mit den meisten offenen Stellen bei AMS und in Printmedien besetzen. Drei der Top 10 der dynamischen Berufe – MaschineneinrichterIn, ZerspanungstechnikerIn, SchweißerIn – stammen aus dem Berufsbereich Maschinen, Kfz und Metall. Zusammen mit den verwandten Berufen MechatronikerIn und ElektroinstallationstechnikerIn bestätigt sich die positive Entwicklung des Industriesektors.

Nach Maschinen, Kfz und Metall folgen – mit etwas Abstand – gleich drei Dienstleistungsbereiche mit starker Nachfrage: Hotel- und Gastgewerbe, Handel und Verkauf sowie Büro, Wirtschaft, Finanzwesen und Recht. Berufe aus diesen Bereichen wurden somit von den Unternehmen besonders oft inseriert.

Auch Bau, Baunebengewerbe und Holz ist ein Berufsbereich, der in Oberösterreich eine wichtige Rolle spielt und an der 5. Stelle der nachgefragten Bereiche steht. Die Berufe SchalungsbauerIn und DachdeckerIn werden darüber hinaus im Großbetriebsmonitoring des AMS als dynamisch bewertet.

Unter den Top 10 der dynamischen Berufe finden sich auch zwei Berufe aus dem Bereich Soziales – HeimhelferIn und AltenbetreuerIn –, was auf eine Zunahme von Beschäftigungschancen in diesem Berufsbereich schließen lässt.

Informationstechnologie und Informationsdienstleistungen entwickeln sich in Oberösterreich überdurchschnittlich positiv, aus diesem Bereich ist der Beruf Software-EntwicklerIn an dritter Stelle der dynamischen Berufe gereiht.


Dynamische Berufe laut AMS-Großbetriebsmonitoring
  Berufe Dynamik Aktuell
online *
1. MaschineneinrichterIn 2,45  
2. ZerspanungstechnikerIn 2,45  
3. Software-EntwicklerIn 2,43  
4. MechatronikerIn 2,42  
5. HeimhelferIn 2,42  
6. SchweißerIn 2,41  
7. ElektroinstallationstechnikerIn 2,32  
8. SchalungsbauerIn 2,30  
9. AltenbetreuerIn 2,23  
10. DachdeckerIn 2,23  
Quelle: Großbetriebs-Monitoring des AMS, Erhebung 2011, Wert Dynamik: > 2 bedeutet dynamische Entwicklung; < 2 stagnierende Entwicklung

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