BUNDESLÄNDERINFORMATIONEN

TRENDS IM BUNDESLAND

Niederösterreich

Das wirtschaftliche Umfeld

Niederösterreich ist das flächengrößte und mit über 1,67 Millionen EinwohnerInnen (Stand 2018) nach Wien das bevölkerungsreichste Bundesland Österreichs. St. Pölten ist seit 1986 die Landeshauptstadt Niederösterreichs und zählt etwas über 50.000 EinwohnerInnen. Die niederösterreichische Geburtenbilanz war im Jahr 2017 wieder negativ, es gab um 1.981 mehr Sterbefälle als Geburten. Dennoch verlief die Bevölkerungsentwicklung aufgrund von Zuwanderung insgesamt positiv. Wirtschaftlich besonders bedeutend sind in Niederösterreich die Industrie und die Landwirtschaft, die wichtigsten Wirtschaftszentren liegen entlang der Donau und der niederösterreichischen Westbahnstrecke sowie im südlichen Wiener Umland. Grundsätzlich gilt: Je näher zu Wien, desto höher die Wirtschaftskraft.

Niederösterreich weist einen hohen Anteil an Ein- und AuspendlerInnen auf: 224.756 NiederösterreicherInnen hatten im Jahr 2016 einen Arbeitsplatz außerhalb des Bundeslandes. Im Gegenzug entfielen 114.237 der niederösterreichischen Arbeitsplätze auf Erwerbstätige aus anderen Bundesländern. So tragen regionsüberschreitende PendlerInnenströme aus Niederösterreich in die Bundeshauptstadt Wien – als größtem EinpendlerInnenzentrum Österreichs – zum hohen Niveau der dortigen Wirtschaftskraft bei. Umgekehrt profitiert auch Niederösterreich von Wien, z.B. durch Kaufkraftzuwächse im Wiener Umland.

Begünstigt durch die Lage rund um die wachsende Bundeshauptstadt Wien und entlang des Flusses Donau weist Niederösterreich eine gut ausgebaute Verkehrs-Infrastruktur auf. Diese umfasst neben dem Straßen- und Eisenbahnnetz auch Wasserstraßen und den internationalen Flughafen Wien Schwechat. Seit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ im Jahr 1989 gibt es wieder enge wirtschaftliche Beziehungen zu Niederösterreichs Nachbarländern Tschechische Republik und Slowakische Republik. Im Zuge der Öffnung zu den Nachbarländern wurde die Verkehrs-Infrastruktur weiter ausgebaut, was sich auch positiv auf den Export auswirkt.
 

Wirtschafts- und Produktivitätsniveau

Das Bundesland Niederösterreich hatte 2018 einen EinwohnerInnenanteil von knapp einem Fünftel (18,9 %) an der Österreichischen Gesamtbevölkerung. Dem steht ein Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 15,5 % (Stand 2017) gegenüber. Niederösterreich verfügt damit über eine im Bundesländervergleich etwas unterdurchschnittliche Wirtschaftskraft. Der Grund liegt vermutlich einerseits an der hohen AuspendlerInnenquote nach Wien, andererseits an der starken landwirtschaftlichen Prägung des Bundeslandes, denn die Landwirtschaft ist – im Vergleich zum Industriesektor - technologisch weit weniger entwickelt.

Das Wirtschaftswachstum fiel in Niederösterreich im Jahr 2017 mit +2 % etwas niedriger aus als in Gesamtösterreich (+2,6 %). Gegenüber dem Vergleichsjahr 2016 bedeutet das für Niederösterreich einen Zuwachs von 0,5 %. Für 2018 (+3,3 %) und 2019 (+2,5 %) liegen die Wachstumserwartungen sogar über den gesamtösterreichischen Prognosen. In manchen Analysen wird die Konjunkturlage in Ostösterreich, wozu auch Niederösterreich zählt, schwächer eingeschätzt als im Westen. Doch die ExpertInnen sind sich darüber einig, dass mit einem Anhalten der Wachstumsphase, stabiler Binnennachfrage und rückläufigen Arbeitslosenzahlen zu rechnen ist, auch wenn es zu einer Abschwächung des Trends kommen könnte.

Gemessen am Bruttoregionalprodukt je EinwohnerIn (BRP/EW) wies Niederösterreich im Bundesländervergleich 2017 nach dem Burgenland die zweitniedrigste wirtschaftliche Leistung auf: Die Gesamtheit aller in diesem Jahr erstellten Waren und Dienstleistungen pro EinwohnerIn lag mit 34.800 Euro klar unter dem österreichischen Durchschnitt von 42.100 Euro.

Auffällig sind die großen Unterschiede zwischen den Wirtschaftsleistungen der einzelnen niederösterreichischen Regionen, wobei zu diesem Vergleich auf Daten aus 2016 zurückgegriffen werden muss: Während die Landeshauptstadt St. Pölten mit 42.400 Euro leicht und das südliche Wiener Umland mit 46.300 Euro sogar deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 40.800 Euro lagen, fielen die Leistungen der übrigen Regionen erheblich geringer aus: In Mostviertel-Eisenwurzen, Niederösterreich-Süd, Waldviertel und Wiener Umland/Nord betrug das BRP/EW zwischen 27.300 und 31.800 Euro, im Weinviertel – der wirtschaftlich schwächsten Region Niederösterreichs – nur 22.200 Euro (Stand: 2016). Dazu muss festgehalten werden, dass im Bruttoregionalprodukt die Wirtschaftsleistung am Arbeitsort erfasst wird, d.h. die hohe Zahl an AuspendlerInnen aus Niederösterreich ist sicherlich für das eher schlechte Abschneiden des Bundeslandes in dieser Kategorie mitverantwortlich.

Anders sieht es daher auch hinsichtlich der Kaufkraft aus, die sich nicht am Arbeitsort, sondern am Wohnort orientiert. Die Kaufkraft misst das nominal ver-fügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslo-sengeld, Kindergeld oder Pensionen. Hier gelang es Niederösterreich sich 2018 im Kaufkraft-Ranking der Bundesländer an der Spit-ze zu behaupten. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft ist 2018 in Niederös-terreich auf 24.338 Euro gestiegen und liegt damit über dem Bundesdurch-schnitt von 23.282 Euro pro Kopf. Bemerkenswert ist, dass Niederösterreich sowohl in der Liste der kaufkräftigsten Bezirke, wie auch bei den kaufkraftärmsten Bezir-ken vertreten ist: So verfügten die EinwohnerInnen im Wiener Umlandbezirk Mödling 2018 über durchschnittlich 29.643 Euro. Für den Waldviertler Bezirk Zwettl liegen für 2018 zwar noch keine Zahlen vor, die seit vielen Jahren vergleichsweise niedrigen Kaufkraftwerte werden jedoch vermutlich fortgeschrieben.
 

Wirtschaftsstruktur

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Struktur in der niederösterreichischen Wirtschaft wie auch die des restlichen Österreichs gewandelt: Während Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und im produzierenden Bereich verloren gingen, hat die Beschäftigung im Dienstleistungssektor zugenommen.

Die Wirtschaftsstruktur Niederösterreichs weicht in mancher Hinsicht etwas von der Gesamtösterreichs ab: Der Primärsektor ist in Niederösterreich mit einem Anteil von 2,5 % an der Gesamtwertschöpfung immer noch relativ stark ausgeprägt (Österreich: 1,3 %). Der Anteil des Sekundärsektors liegt mit 30,3 % ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt von 28,3 %. Dem gegenüber ist der Tertiärsektor mit 67,2 % verhältnismäßig kleiner als in Gesamtösterreich mit 70,3 % (Stand: 2017).

Neben der Land- und Forstwirtschaft im Primärsektor kommt im sekundären, produzierenden Sektor dem Bauwesen, der Metallerzeugung sowie der Nahrungs- und Genussmittelerzeugung eine hohe Bedeutung zu. Daneben sind in Niederösterreich auch die chemische Industrie und die Holzindustrie relativ stark vertreten. Im tertiären Sektor, dem Dienstleistungssektor, gibt es in Niederösterreich überdurchschnittlich hohe Beschäftigtenzahlen in der öffentlichen Verwaltung, im Handel (Groß- und Einzelhandel) sowie in der Lagerwirtschaft. Ebenfalls bedeutend ist der Verkehrssektor mit dem Flughafen Wien Schwechat. Weitere wachsende Bereiche im tertiären Sektor sind die Immobilienwirtschaft sowie unternehmensnahe Dienstleistungen, wobei letztere stark von der Entwicklung im produzierenden Sektor abhängig sind.

Knapp ein Viertel aller land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Österreichs (23 %) waren 2016 in Niederösterreich angesiedelt, wo-von der überwiegende Anteil als Familienbetrieb geführt wurde. In Niederösterreich wurden 2016 insgesamt 38.054 land- und forstwirtschaftli-che Betriebe gezählt, davon wurden jedoch mit 16.885 Betrieben nur noch weniger als die Hälfte im Haupterwerb geführt. Es wird erwartet, dass es in den nächsten drei Jahren zu einem weiteren Rückgang bei der Zahl der Betriebe kommen wird, denn die Tendenz geht zu weniger und dafür größeren Betrieben. Ein Wachstumsfeld stellt die biologische Landwirtschaft dar, die in den Jahren seit 2015 und 2016 in Niederösterreich um jeweils etwa 300 Betriebe gewachsen ist. Für 2017 wurde mit einem Anstieg auf 5.500 Betriebe gerechnet, die mit Biokontrollvertrag wirtschafteten. Ebenso wurden die biolo-gisch bewirtschafteten Flächen leicht ausgeweitet.


Siehe dazu auch:
Arbeitsmarktprofil Niederösterreich 2018
 

Wichtige Branchen

Bau, Baunebenberufe und Holz
Traditionell ist die Bauwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig in Niederösterreich. Im Jahr 2018 waren in der Baubranche 48.859 Personen unselbstständig beschäftigt. Das Bauwesen wird auch weiterhin eine wichtige Rolle in der niederösterreichischen Wirtschaft spielen. Am Arbeitsmarkt werden insbesondere Zimmerer und Zimmerinnen stark nachgefragt. Eine Chance für den Berufsbereich könnte der Trend zu „nachhaltigem Bauen“ bieten. Dafür notwendige Fachkenntnisse und Spezialisierungen erhöhen die Arbeitsmarktchancen.

Maschinenbau, Metallbe- und -verarbeitung und Mechatronik
Der Bereich Maschinenbau, Metallbe- und -verarbeitung und Mechatronik
zählt mit rund 44.000 Arbeitsplätzen in 1.700 Betrieben zu einem der bedeutendsten Bereiche der niederösterreichischen Wirtschaft. KraftfahrzeugtechnikerInnen gehören zu den am niederösterreichischen Arbeitsmarkt am stärksten nachgefragten Berufen. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit in diesem Bereich zu stärken, wurde der „Mechatronik-Cluster“ ins Leben gerufen, der besonders im Süden und Westen Niederösterreichs und über die Landesgrenzen hinweg auch in Oberösterreich aktiv ist. Als „Cluster“ wird ein Unternehmensverbund in einer Region und innerhalb eines bestimmten Wirtschaftszweiges bezeichnet. Clusterbetriebe arbeiten regional, aber durchaus bundesländerübergreifenden hinsichtlich Forschung und Entwicklung, aber z.B. auch in der Weiterbildung zusammen.

Lebensmittel
Als bedeutendes Agrarland hat Niederösterreich eine lange Tradition in der landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln, aber auch in der gewerblichen und industriellen Weiterverarbeitung von Nahrungs- und Genussmitteln. Die Drehscheibe der Lebensmittelbranche in Niederösterreich – von der Landwirtschaft über die verarbeitenden Betriebe bis hin zum Handel – ist der „Lebensmittel-Cluster“ . Schwerpunktthemen des Clusters sind Lebensmittelqualität und Lebensmittelsicherheit, Bio- und Regionalprodukte sowie Ressourceneffizienz. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen regionalen und/oder Bio-Lebensmitteln ist weiter steigend. Von MitarbeiterInnen in der Erzeugung, der Weiterverarbeitung bis hin zum Verkauf wird erwartet, dass sie den hohen Qualitätsanforderungen im Umgang mit Lebensmitteln gerecht werden.
 

Innovative Branchen und Bereiche

Die Stärken und Zukunftsfelder der niederösterreichischen Wirtschaft werden durch eine Reihe von Clustern deutlich:

Entsprechend dem Trend zu „nachhaltigem Bauen“ zielt der „Bau.Energie.Umwelt- Cluster“ darauf ab, die in Niederösterreich vorhandenen Kompetenzen zum Thema nachhaltiges Bauen und Wohnen zu vernetzen und auszubauen. In diesem Cluster werden (Zusatz-)Qualifikationen in Bauökologie, Energieberatung oder in der Verarbeitung neuer, ökologischer Materialien vermittelt, wobei generell alle zukunftsträchtigen Werkstoffe und Bauweisen Platz haben.

Der „Logistik-Cluster“ ist nicht nur für Logistikunternehmen eine Service- und Anlaufstelle, sondern für alle niederösterreichischen Unternehmen, die Waren transportieren. Durch den Zusammenschluss sollen Transportwege effizienter organisiert werden, um Kosten zu senken und Klimaschutzauflagen zu erfüllen. Personen, die über gute Logistikkenntnisse verfügen, haben vielfältige Arbeitsmarktmöglichkeiten, da die Querschnittsmaterie Logistik in vielen Berufsbereichen eine wesentliche Rolle spielt.

Die „e-mobil Initiative“ wurde als zentraler Ansprechpartner für regionale und kommunale Fragestellungen zum Thema Elektromobilität eingerichtet. Die Aktivitäten umfassen z.B. Forschung rund um das Thema „Elektromobilität für PendlerInnen“. Mit speziellen Programmen und Förderungen soll der hohen Zahl an PendlerInnen in Niederösterreich ein neues Mobilitätsverhalten vorgestellt und schmackhaft gemacht werden. Mit dieser Schwerpunktsetzung gehen auch neue Herausforderungen in der Reparatur und Wartung der E-Bikes und E-Cars einher. Personen, die Spezialisierungen auf Elektromobilität mitbringen, sind daher voraussichtlich am Arbeitsmarkt besonders gefragt.

 

Beschäftigung, Arbeitsmarkt- und Qualifikationsentwicklung

Die Beschäftigung stieg in den letzten Jahren – mit Ausnahme eines leichten Rückgangs 2013 – konstant an. Im Jahr 2018 waren in Niederösterreich 620.137 unselbstständig Beschäftigte registriert, was einen neuen Höchststand der Beschäftigtenzahl bedeutet. Die Arbeitslosenquote lag 2018 in Niederösterreich mit einem Jahresdurchschnitt von 7,8 % nur geringfügig über dem österreichischen Durchschnitt (7,7 %). Dieser Wert entspricht im Vorjahresvergleich einem deutlichen Rückgang um -9,5 % der Arbeitslosen in Niederösterreich, der damit den Österreichweiten Rückgang der Arbeitslosenzahlen um -8,2 % sogar übertrifft. ExpertInnen rechnen aufgrund des anhaltenden Konjunkturaufschwungs für 2019 und 2020 mit einer weiter leicht sinkenden Arbeitslosenquote.

ArbeitsmarktexpertInnen erwarten in Niederösterreich im Beobachtungszeitraum bis 2022 den stärksten Beschäftigungszuwachs im Dienstleistungsbereich. Beschäftigte aus dem Bereich Soziales, Gesundheit, Schönheitspflege werden daher in den nächsten drei Jahren verstärkt gesucht. Von einem weiteren Stellenabbau wird hingegen in der Finanz- und Versiche-rungsbranche ausgegangen. Berufe aus dem Bereich Büro, Marke-ting, Finanz, Recht, Sicherheitmüssen teilweise mit sinkenden Beschäfti-gungsmöglichkeiten rechnen.

Die Lehrlingszahlen sind in Niederösterreich – wie auch in Gesamtösterreich – seit vielen Jahren rückläufig, wobei 2017 mit 15.821 Lehrlingen ein Tiefstand erreicht wurde. 2018 konnten mit 16.154 Lehrlingen erstmals seit Jahren eine Steigerung erzielt werden, was angesichts des Fachkräftemangels, der in vielen Branchen, die Lehrlinge ausbilden, zu beobachten ist, wenigstens eine leichte Besserung der Situation in Aussicht stellt.

ArbeitsmarktexpertInnen zufolge bleiben im Prognosezeitraum Personen mit Pflichtschulabschluss bzw. ohne Bildungsabschluss bis 2022 die Gruppe mit dem höchsten Bestand an Arbeitslosen. Diese wird aller Voraussicht nach in den nächsten drei Jahren auch den höchsten absoluten Zuwachs verzeichnen. Der größte prozentuelle Anstieg dürfte hingegen bei Personen mit einem Universitäts- oder Hochschulabschluss zu erwarten sein. Laut ExpertInnen des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) liegt dies daran, dass immer mehr Personen tertiäre Ausbildungen absolvieren und daher auch die Zahl der bei Arbeitslosigkeit bezugsberechtigten Personen verhältnismäßig stark steigt. Zusätzlich wird befürchtet, dass die Zahl an Langzeitarbeitslosen, die es nicht schaffen, wieder in Beschäftigung zu kommen, zunimmt.
 

Nachfragetrends nach Berufsbereichen

Eine vom AMS beauftragte Inseratenanalyse gibt Einblicke in Nachfragetrends in Niederösterreich nach Berufsbereichen: An erster Stelle werden Personen im Bereich „Handel, Transport, Verkehr“ gesucht, wobei dieser Bereich einen hohen Prozentsatz an Teilzeitstellen aufweist. Die zweithöchste Nachfrage gibt es im Berufsbereich „Tourismus, Gastgewerbe, Freizeit“. Die hohe Nachfrage in diesem Bereich liegt u.a. daran, dass in diesem Berufsbereich eine hohe Fluktuation herrscht und zudem oft nur saisonal befristete Beschäftigungsverhältnisse eingegangen werden. An dritter Stelle folgt der Bereich „Maschinenbau, Kfz, Metall“, ein – nicht nur in Niederösterreich - besonders vom FacharbeiterInnenmangel betroffener Berufsbereich, in dem immer wieder MitarbeiterInnen gesucht werden. Auch bei den aktuell dem AMS gemeldeten offenen Stellen (Stand Mai 2017) weisen diese drei Berufsbereiche die größte Nachfrage seitens der Unternehmen auf.

Nachfrage der Berufsbereiche basierend auf der Inseratenanalyse (Niederösterreich)

Nachfrage der Berufsbereiche basierend auf der Inseratenanalyse (Niederösterreich)
Berufsbereiche Arbeitskräfte-Nachfrage
aktuell im eJob-Room 2017 Veränderung 2017-2016
  Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS-Stellen Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS-Stellen
zwei Pfeile nach rechtsHandel, Logistik, Verkehr 3.278 7.015 19.507 -540 +2.607
zwei Pfeile nach rechtsBüro, Marketing, Finanz, Recht, Sicherheit 1.175 8.351 7.826 -1.135 +869
zwei Pfeile nach rechtsMaschinenbau, Kfz, Metall 1.798 3.697 10.044 -501 +1.397
zwei Pfeile nach rechtsReinigung, Hausbetreuung, Anlern- und Hilfsberufe 890 1.988 10.573 -229 +1.755
zwei Pfeile nach rechtsTourismus, Gastgewerbe, Freizeit 1.455 2.545 9.506 -726 +26
Quelle: AMS-Qualifikations-Barometer. Berufsbereiche mit den meisten offenen Stellen bzw. mit dem höchsten Inserateaufkommen im Bundesland.


Die AMS-Betriebsbefragung, eine breit angelegte Unternehmensbefragung, die jedes zweite Jahr durchgeführt wird, weist für Niederösterreich folgende Trends aus: An der Spitze der Top 10 der dynamischen Berufe befinden sich Berufe aus den Berufsbereichen Maschinenbau, KFZ, Metall sowie Bau, Baunebengewerbe, Holz und Gebäudetechnik. Die befragten Unternehmen beurteilten die Nachfrage nach KraftfahrzeugtechnikerInnen und Zimmerer, Zimmerinnen als deutlich steigend.
An dritter Stelle steht mit dem/der BetriebselektrikerIn ein Beruf aus dem Bereich Elektrotechnik, Elektronik, Telekommunikation, IT. Ein erhöhter Bedarf zeigt sich auch nach Berufen aus den Bereichen Tourismus, Gastgewerbe, Freizeit sowie Soziales, Gesundheit, Schönheitspflege. Vermehrt nachgefragt werden hier die Berufe Restaurantfachmann/-frau sowie KinderbetreuerIn.

Die Ergebnisse aus der AMS-Betriebsbefragung weisen auf einen wesentlichen Aspekt hin: Sie zeigen, dass sich die Nachfrage nach einzelnen, spezialisierten Berufen oft dynamisch entwickelt, auch wenn die Gesamtnachfrage im Berufsbereich rückläufig ist. Im Bundesland Niederösterreich trifft dies insbesondere auf den Beruf des/der BerufskraftfahrerIn zu.


Dynamische Berufe laut AMS-Großbetriebsmonitoring

Dynamische Berufe laut AMS-Großbetriebsmonitoring
  Berufe DynamikAktuell
online
1 zwei Pfeile nach rechtsElektrotechnikerIn für Anlagen- und Betriebstechnik 3,00  Pfeil nach oben AMS Funkmaus
2 zwei Pfeile nach rechtsZimmerer/Zimmerin 3,00  Pfeil nach oben AMS Funkmaus
3 zwei Pfeile nach rechtsKraftfahrzeugtechnikerIn 3,00  gleichbleibend AMS Funkmaus
4 zwei Pfeile nach rechtsKinderbetreuerIn 2,33  zwei Pfeile nach oben AMS Funkmaus
5 zwei Pfeile nach rechtsElektro- und ElektronikverkäuferIn 2,33  Pfeil nach oben AMS Funkmaus
6 zwei Pfeile nach rechtsRestaurantfachmann/-frau 2,33  Pfeil nach oben AMS Funkmaus
7 zwei Pfeile nach rechtsBerufskraftfahrerIn in der Güterbeförderung 2,09  Pfeil nach unten AMS Funkmaus
8 zwei Pfeile nach rechtsElektrotechnikerIn für Installations- und Gebäudetechnik 2,00  Pfeil nach oben AMS Funkmaus
9 zwei Pfeile nach rechtsRaumpflegerIn 2,00  Pfeil nach oben AMS Funkmaus
10 zwei Pfeile nach rechtsAllgemeineR HilfsarbeiterIn 2,00  gleichbleibend AMS Funkmaus
Quelle: Großbetriebs-Monitoring des AMS, Erhebung 2013, Niederösterreich. Dynamik > 2 dynamische, < 2 stagnierende Entwicklung. AMS-Qualifikations-Barometer, Trend-Bewertung für Gesamt-Österreich.