Arbeitsmarkttrends

Hohe AbsolventInnenzahlen, begrenzte Möglichkeiten in Wissenschaft und Forschung

Im Verhältnis zur Zahl der AbsolventInnen von wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Studien ist das Beschäftigungspotenzial in der universitären Forschung sehr gering. Obwohl sich die Zahl der Studierenden verringert hat, ist Rechtswissenschaften eine der beliebtesten Studienrichtungen. Die Zahl der arbeitslosen AbsolventInnen ist höher als bei anderen Studienrichtungen. Berufserfahrung hat einen wichtigen Stellenwert am Arbeitsmarkt.
 
Für WirtschaftswissenschafterInnen besteht in den klassischen betriebswirtschaftlichen Bereichen wie Controlling, Vertrieb, Finanzmanagement, Marketing und strategische Unternehmensführung Beschäftigungspotenzial. Je nach Ausbildungsschwerpunkt kann jedoch durchaus auch in den Bereichen internationale Handelsbeziehungen, europäische Integration und internationales Recht gearbeitet werden. Auch im Banken- und Versicherungswesen ist eine Anstellung denkbar. Der öffentliche Sektor bietet in Folge von Personalaufnahmebegrenzungen hingegen nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten. Dennoch kann von einem breiten Spektrum an möglichen Arbeitsbereichen ausgegangen werden.
 
Während Forschungsprojekte aus anderen Bereichen, wie z.B. den Sozial- und Geisteswissenschaften, tendenziell wenig Anerkennung geschenkt wird, befinden sich WirtschaftswissenschafterInnen in einer besseren Position. Wirtschaftswissenschaftliche Forschungsergebnisse und Prognosen erfahren meist mehr Aufmerksamkeit, da diese teilweise von Interessensvertretungen, aber auch von politischen Institutionen in Auftrag gegeben und ihnen deshalb ein höherer gesellschaftlicher Nutzen zugesprochen wird. Allerdings sind ForscherInnen und WissenschafterInnen generell stark von angeworbenen Drittmitteln und Leistungsvereinbarungen mit den entsprechenden Instituts- und Universitätsleitungen bzw. Ministerien abhängig.
 
Die Internationalisierung spielt in den Rechtswissenschaften eine zunehmend wichtige Rolle. Während das Strafrecht noch relativ national ausgerichtet ist, steigt der Einfluss internationaler Rechtsfragen z.B. im Gesellschaftsrecht relativ stark an. EU-Recht gehört inzwischen zum Standard und ist Teil der Ausbildung (insbesondere im Bereich Zivilrecht und Privatrecht). Der intensive Informationsaustausch innerhalb der EU macht es erforderlich, auch mit anderen Rechtsordnungen vertraut zu sein und mit rechtswissenschaftlichen Datenbanken umgehen zu können. Der Grad der Fachspezialisierung steigt auch in diesem Forschungszweig an.
 
RechtswissenschafterInnen haben relativ gute Chancen, nach der Assistenzzeit als PraktikerIn einen Job zu finden, in der Forschung ist die berufliche Karriere hingegen schwieriger. Es gibt zwar eine breite Basis an Positionen für junge UniversitätsassistentInnen, nach der Postdoc-Zeit gibt es jedoch wenige fixe Stellen. Gute Noten spielen daher noch immer eine Rolle, um aus der Masse der InteressentInnen hervorzustechen.
 
Rechtswissenschaften eine der beliebtesten Studienrichtungen
Im Studienjahr 2017/18 haben 41.966 StudentInnen Rechtswissenschaften als Hauptstudienrichtung belegt. Das sind um 899 Personen weniger als im Vorjahr. Im Studienjahr 2016/17 (aktuellste Zahlen für AbsolventInnen) haben 2.447 Personen ein Jus-Studium abgeschlossen (157 Personen mehr). Der Frauenanteil unter den AbsolventInnen liegt bei rund 42 % (-13 %) und ist damit deutlich gesunken.
 
Von den arbeitslosen AkademikerInnen ist rund jede sechste Person entweder BetriebswirtIn oder JuristIn. Damit liegen die Arbeitslosenzahlen hier deutlich über denen anderer Studiengänge. Der Konkurrenzdruck ist groß (auch zu anderen Studienrichtungen wie „Wirtschaftsrecht“ oder „Recht und Wirtschaft“), und AbsolventInnen fällt der Berufseinstieg oft schwer. Für die wirklich gut dotierten Jobs wird generell einiges an Erfahrung vorausgesetzt.
 
RichterInnen und StaatsanwältInnen
Ende Dezember 2017 wurden in Österreich insgesamt 2.964 RichterInnen und StaatsanwältInnen gezählt, der Frauenanteil betrug 53,7 %. Der größte Anteil dieser Berufsgruppe (83,8 %) ist in den Gerichten und Staatsanwaltschaften tätig. Der Rest verteilt sich auf den Verwaltungsgerichtshof (2,2 %), das Bundesverwaltungsgericht (7,3 %) und das Bundesfinanzgericht (6,7 %). Im Zeitraum 2014 bis 2017 (aktuellste Zahlen) ist der Personalstand in dieser Berufsgruppe kontinuierlich leicht gestiegen; diese Entwicklung wird sich bis auf Weiteres fortsetzen.
 
Die Zahl der NotarInnen ist reglementiert und wird durch das Justizministerium auf Basis von Bedarfsanalysen festgelegt. Anfang 2017 gab es in Österreich rund 500 NotarInnen (ca. 30 % mehr als 1995). Jährlich werden ein paar Dutzend neue NotarInnen ernannt, neue Stellen entstehen zumeist in Regionen mit starkem Bevölkerungswachstum.
 
In Österreich gab es im Jahr 2018 (Stand Dezember) 6.389 RechtsanwältInnen (94 davon sind niedergelassene europäische RechtsanwältInnen) und 2.305 RechtsanwaltsanwärterInnen. Seit 1995 steigt die Zahl der RechtsanwältInnen kontinuierlich. Rund 22 % der RechtsanwältInnen und 49 % der RechtsanwaltsanwärterInnen sind Frauen – das Verhältnis von männlichen und weiblichen AnwärterInnen ist 2018 im Gegensatz zum Vorjahr (50 %) nur mehr fast ausgeglichen.
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Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe Arbeitskräfte-Nachfrage Offene Stellen im eJob-Room Offene Stellen Vergleiche auch
zwei Pfeile nach rechtsRecht
 
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
Berufe Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften Prognose derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS eJob-Room-Inserate
      Rück blick 2019 2018 2019 2018 aktuell
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Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2022.
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Aufgrund der Corona-Krise dzt. keine Einschätzung möglich:
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Beschäftigte derzeit:
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Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate, aktuell:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom 09.07.2020.

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drei Pfeile nach rechtsBetriebswirtIn zwei Pfeile nach rechts Bank-, Finanz- und Versicherungswesen; Management, Organisation
drei Pfeile nach rechtsData Scientist (m/w) zwei Pfeile nach rechts Datenbanken; Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften
drei Pfeile nach rechtsJuristIn zwei Pfeile nach rechts Bank-, Finanz- und Versicherungswesen; Recht
drei Pfeile nach rechtsNotarIn zwei Pfeile nach rechts Recht
drei Pfeile nach rechtsProjektassistentIn in der Forschung zwei Pfeile nach rechts Geistes-, Kultur- und Humanwissenschaften; Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften; Sekretariat, Kaufmännische Assistenz
drei Pfeile nach rechtsRechtsanwalt/-anwältin zwei Pfeile nach rechts Recht
drei Pfeile nach rechtsRichterIn zwei Pfeile nach rechts Recht
drei Pfeile nach rechtsSozialwissenschafterIn zwei Pfeile nach rechts Geistes-, Kultur- und Humanwissenschaften


 

Kompetenztrends

Soft Skills, Programmierkenntnisse, persönliche Eigenschaften und interkulturelle Kompetenzen von besonderer Bedeutung

Umfangreiches fachliches Wissen wird vorausgesetzt, überfachliche Kompetenzen können am Arbeitsmarkt einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Zusätzlicher Qualifikationsbedarf besteht im Bereich Recherche (z.B. Desk Research, ... [mehr] Mehr Informationen anzeigen

 
Beschäftigungsprognose und Offene Stellen in Printmedien und AMS
Fachliche berufliche Kompetenzen Prognose Bedeutung am Arbeitsmarkt
drei Pfeile nach rechtsFremdsprachenkenntnisse Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsBetriebswirtschaftskenntnisse Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsDatenbank-Anwendungskenntnisse Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsEDV-Anwendungskenntnisse Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsFörderungsakquisition Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsStatistische Datenanalyse Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsKenntnis wissenschaftlicher Arbeitsmethoden Pfeil gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsEnglisch Pfeil gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsStatistikkenntnisse Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsJuristisches Fachwissen Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsWirtschaftsrecht Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsWirtschaftswissenschaften Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsProjektmanagement im Wissenschafts- und Forschungsbereich Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsSozialwissenschaften Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsVolkswirtschaftskenntnisse Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate


Beschäftigungsprognose und Offene Stellen in Printmedien und AMS
Überfachliche berufliche Kompetenzen Prognose Bedeutung am Arbeitsmarkt
drei Pfeile nach rechtsKommunikationsstärke Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsOrganisationstalent Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsInterkulturelle Kompetenz Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsFlexibilität Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsProblemlösungsfähigkeit Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsAnalytische Fähigkeiten Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsTeamfähigkeit Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate




Prognose für das Jahr 2022:
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
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tendenziell sinkend
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sinkend
zwei Pfeile nach unten
Aufgrund der Corona-Krise dzt. keine Einschätzung möglich:
keine Angabe
Fragezeichen Symbol
Bedeutung am Arbeitsmarkt:
hoch
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mittel
2 Quadrate
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© AMS Österreich Juni 2019