BERUFE

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TRENDS IN DER BERUFSOBERGRUPPE

ein Pfeil nach rechtsWissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung zwei Pfeile nach rechtsGeistes-, Kultur- und Humanwissenschaften

Arbeitsmarkttrends

Arbeitsmarktchancen für akademische Karrieren angespannt

Während der Grad der Fachspezialisierung in den Geistes-, Kultur- und Humanwissenschaften weiter ansteigt, ist gleichzeitig zunehmend interdisziplinäres Denken gefragt. Der hohe Konkurrenzdruck und die Kettenvertragsregelungen an den Universitäten erschweren eine stabile Beschäftigung.
 
Zunahme an prekärer Beschäftigung
Ein wachsender Teil der Lehre und Forschung an den österreichischen Universitäten wird nicht mehr durch dauernd beschäftigtes akademisches Personal geleistet, sondern durch prekär Beschäftigte. Zum akademischen Prekariat werden Personen mit befristetem Beschäftigungsverhältnis ohne realistische Aussicht auf ein Ende der Befristung gezählt. Darunter fallen vor allem LektorInnen, MitarbeiterInnen in über Drittmittel finanzierten Projekten und UniversitätsassistentInnen.
 
Neue Forschungsfelder in den Digital Humanities
Auch die Geistes- und Kulturwissenschaften verändern sich durch die fortschreitende Digitalisierung. Die „Digital Humanities“ beschäftigen sich mit der Anwendung computergestützter Verfahren und mit der systematischen Verwendung digitaler Ressourcen. ComputerphilologInnen untersuchen u.a. die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Computers für die Literaturwissenschaft. Sie verwenden digitale Tools u.a. für die Analyse literarischer Texte. Aktuelle Forschungsfragen sind auch Aspekte wie "Distant Reading", „Close Reading“ oder "Stylometrics/Stilometrie". Beim Distant Reading werden große Textmengen statistisch und quantitativ, beim Close Reading wenige Texte detailliert und qualitativ betrachtet. Die „Stilometrie“ untersucht den Sprachstil ebenfalls mit statistischen Mitteln, z.B. die Häufigkeiten von Wörtern innerhalb eines Textes, um AutorInnen, Gattungen, Werke und Epochen charakterisieren zu können.
 
Spezialisierung versus interdisziplinäres Denken
Der Trend zur Fachspezialisierung breitet sich auch in den Geisteswissenschaften aus. Während man im eigenen Forschungsgebiet immer kleinteiliger denken muss, sind gleichzeitig auch interdisziplinäre Fähigkeiten gefragt, weil moderne Forschungsfragen zunehmend die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen erfordern. Der ökonomische Faktor wird wegen der Vergabe von Forschungsgeldern immer wichtiger. Gleichzeitig wird es für junge geisteswissenschaftliche ForscherInnen schwieriger, am Studienort auch eine Forschungsstelle zu finden. Hier ist die Bereitschaft gefragt, innerhalb Österreichs zu übersiedeln oder ins Ausland zu gehen. Der Konkurrenzdruck ist hoch, die Kettenvertragsregelung an den Universitäten stellt ein großes Problem dar. Junge ForscherInnen können nur maximal sechs (Vollzeit) bzw. acht Jahre (Teilzeit) lang befristete Arbeitsverträge aneinanderreihen und müssen danach die Universität verlassen.
 
Beschäftigungsmöglichkeiten
Die außeruniversitäre Forschung stellt für GeisteswissenschafterInnen eine Alternative zur Beschäftigung an einer Universität dar. Der öffentliche Sektor nimmt deutlich weniger AbsolventInnen geistes-, kultur- und humanwissenschaftlicher Studienrichtungen auf als früher. Weitere Aufgabenfelder bieten die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation, Journalismus, Coaching, Berufsberatung, Werbung und Marketing oder der Sektor Kultur und Bildung.


Kurztext

 
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
Berufe Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Geistes-, Kultur- und Humanwissenschaften prognostiziert derzeit AMS-Stellen
      2017 2016 aktuell im eJob-Room
gleichbleibend
1 Quadrat
-
-
-
AMS Funkmaus
gleichbleibend
1 Quadrat
18
21
3
AMS Funkmaus
gleichbleibend
1 Quadrat
3
5
-
AMS Funkmaus
gleichbleibend
1 Quadrat
394
399
35
AMS Funkmaus
gleichbleibend
1 Quadrat
2
2
-
AMS Funkmaus
Pfeil nach unten
1 Quadrat
1
1
-
AMS Funkmaus
Pfeil nach unten
1 Quadrat
1
3
-
AMS Funkmaus
Pfeil nach unten
1 Quadrat
13
10
-
AMS Funkmaus
Pfeil nach unten
1 Quadrat
-
1
2
AMS Funkmaus


zwei Pfeile nach rechts Offene Stellen im eJob-Room




Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2022.
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb der Berufsobergruppe
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
Arbeitskräfte-Nachfrage AMS 2017 und 2016
aus: AMS Statistik; beim AMS gemeldete freie Stellen, Gesamtjahr 2017 bzw. 2016.

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS, aktuell im eJob-Room:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom .
Job suchen: Klicken Sie auf die AMS-Maus!


 
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drei Pfeile nach rechtsKommunikationswissenschafterIn zwei Pfeile nach rechts Printmedien, Neue Medien
drei Pfeile nach rechtsMusikwissenschafterIn zwei Pfeile nach rechts Darstellende Kunst, Musik
drei Pfeile nach rechtsPädagoge/Pädagogin zwei Pfeile nach rechts Schule, Weiterbildung, Hochschule
drei Pfeile nach rechtsProjektassistentIn in der Forschung zwei Pfeile nach rechts Naturwissenschaften, Medizinische Forschung; Sekretariat, Kaufmännische Assistenz; Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
drei Pfeile nach rechtsPsychologe/Psychologin zwei Pfeile nach rechts Naturwissenschaften, Medizinische Forschung; Soziale Betreuung, Beratung, Therapie
drei Pfeile nach rechtsSozialwissenschafterIn zwei Pfeile nach rechts Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
drei Pfeile nach rechtsTheater-, Film- und MedienwissenschafterIn zwei Pfeile nach rechts Darstellende Kunst, Musik


 

Kompetenztrends

Flexibilität, wirtschaftliche Kenntnisse, Programmier-Basics und Projektmanagementkenntnisse gefragt

Im Bereich Wissenschaft und Forschung bestehen geringe Chancen, eine ausbildungsadäquate Beschäftigung zu finden. Befristete und atypische Beschäftigungsverhältnisse erfordern die Fähigkeit zur Selbstorganisation, Flexibilität und Kreativität, aber auch Frustrationstoleranz und Kommunikationsstärke.
 
Zur zielführenden Durchführung von Forschungsprojekten sind Kompetenzen im Projektmanagement und wirtschaftliche Grundkenntnisse hilfreich, v.a. auch Know-how im Bereich Auftrags- und Förderungsakquisition. Die digitalen Technologien eröffnen neue Forschungsfelder, was Basis-Know-how im Bereich Programmiersprachen erfordert. Oftmals wird gleichzeitig an mehreren Projekten gearbeitet, neben der Tagesarbeit müssen auch noch zusätzlich Forschungsaufträge akquiriert werden. Das erfordert sowohl im Arbeitsalltag als auch in der Karriereplanung ein hohes Maß an Flexibilität und Organisationsfähigkeit.
 
Anforderungen wissenschaftlicher Beschäftigungen
Die wissenschaftliche Arbeit erfordert logisch-analytisches Denkvermögen, Methoden- und Statistikkenntnisse und die Fähigkeit, über die eigenen Forschungsergebnisse sowohl mündlich als auch schriftlich (z.B. für Fachjournale) in einer adäquaten Form zu berichten. Das Internet wird nicht nur als Kommunikationsmittel zwischen Forschungsteams und als Recherchewerkzeug genutzt, sondern es bietet sich auch als Möglichkeit zur Rekrutierung von UntersuchungsteilnehmerInnen sowie als Forschungsgegenstand an.
 
Überfachliche Kenntnisse werden wichtiger
Das Interesse und die Fähigkeit, die eigenen Forschungsergebnisse auch zu vermitteln, sind im Austausch mit FachkollegInnen und AuftraggeberInnen ebenso von Vorteil wie in der Lehre. Neben den fachlichen Kompetenzen gewinnt Kommunikationskompetenz daher verstärkt an Bedeutung. Da es immer häufiger zu internationalen Kooperationen kommt, werden Teamfähigkeit und Fremdsprachenkenntnisse so wie in allen Wissenschaftsbereichen wichtiger, insbesondere gutes Englisch in Wort und Schrift.
 
Vorausblickende Studiengestaltung
Es empfiehlt sich, bereits während des Studiums durch inhaltliche Schwerpunktsetzungen, Nebenfächer oder Praktika Zusatzqualifikationen bzw. Praxiserfahrung und entsprechende Branchenkenntnisse zu erwerben. Beispielsweise können Wirtschaftskompetenzen, Technikwissen oder auch naturwissenschaftliche Kenntnisse die möglichen Einsatzgebiete erweitern. Es ist hilfreich, sich schon während eines geistes-, kultur- oder sozialwissenschaftlichen Studiums über mögliche Arbeitsfelder zu informieren und z.B. durch Praktika entsprechende Kontakte zu knüpfen.


Kurztext

 
Beschäftigungsprognose und Offene Stellen in Printmedien und AMS
Fachliche berufliche Kompetenzen Prognose Bedeutung am Arbeitsmarkt
drei Pfeile nach rechtsEDV-Anwendungskenntnisse Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsProjektmanagement im Wissenschafts- und Forschungsbereich Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsEnglisch Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsFörderungsakquisition Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsFremdsprachenkenntnisse Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsBetriebswirtschaftskenntnisse Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsProgrammiersprachen-Kenntnisse Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsDatenbank-Anwendungskenntnisse Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsKenntnis wissenschaftlicher Arbeitsmethoden gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsGeistes- und Kulturwissenschaften gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsVerfassen wissenschaftlicher Texte gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsStatistikkenntnisse gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsVolkswirtschaftskenntnisse gleichbleibend 2 Quadrate


Beschäftigungsprognose und Offene Stellen in Printmedien und AMS
Überfachliche berufliche Kompetenzen Prognose Bedeutung am Arbeitsmarkt
drei Pfeile nach rechtsFlexibilität Pfeil nach oben 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsKommunikationsstärke Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsInterkulturelle Kompetenz Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsKaufmännisches Verständnis Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsInterdisziplinäre Zusammenarbeit Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsArgumentationsfähigkeit Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsLernbereitschaft gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsTeamfähigkeit gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsFrustrationstoleranz gleichbleibend 1 Quadrat




Prognose für das Jahr 2022:
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Bedeutung am Arbeitsmarkt:
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
© AMS Österreich Juni 2019