Arbeitsmarkttrends

Gute Beschäftigungsaussichten, aber prekäre Arbeitsbedingungen

Der Pflegebedarf in Österreich wird weiter steigen. Die größte Nachfrage herrscht in der Langzeitpflege und im stationären Bereich. Das Image der Pflegeberufe hat sich durch die Coronakrise verbessert. Durch den Wunsch von Eltern nach intensiverer Betreuung steigt auch der Bedarf an Hebammen.
 
Beschäftigungszahlen
Der Personalstand an diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegekräften stieg in den österreichischen Krankenhäusern in den letzten zehn Jahren stark an und betrug 2018 60.575 Personen. 15.408 Personen waren in der Pflegehilfe, als SanitäterInnen und als medizinische AssistentInnen tätig. Zusätzlich waren 1.504 Hebammen beschäftigt.
 
Wertschätzung der Pflegeberufe verbessert sich durch Coronakrise
Gemäß dem aktuellsten Pflegevorsorgebericht aus dem Jahr 2018 sind etwa 42.000 Personen im Bereich der stationären Pflege sowie rund 22.000 im Bereich der mobilen Dienste tätig (in Vollzeitäquivalenten). Dazu kommen österreichweit ca. 250 Case- und Care-ManagerInnen. Schätzung zufolge braucht es in den nächsten Jahren jährlich zusätzliches Pflegepersonal im Ausmaß von ca. 1.500 Personen.
 
In diese Zahlen sind nicht die rund 60.000 PersonenbetreuerInnen der 24h-Betreuung miteinbezogen, die zu gut 80% aus der Slowakei und aus Rumänien stammen und zu lediglich zwei Prozent aus Österreich. Dass dies ein großes Problem sein kann, zeigte sich durch die Grenzschließungen während des Lockdowns zur Eindämmung von COVID-19. Künftig sollen vor allem junge Menschen, aber auch Quer- und WiedereinsteigerInnen angesprochen werden, um mehr Personal zu gewinnen. Zusätzlich sollen durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit der Bekanntheitsgrad und die Wertschätzung der Pflegeberufe gestärkt werden. Dazu bietet die Coronakrise Anstoß und Erleichterung, da sie die Wichtigkeit des Berufs verdeutlicht hat. Ob und in welchem Ausmaß sich die Beschäftigung erhöhen wird, ist noch nicht abzusehen.
 
In Österreich werden anstehende Pensionierungen den Personalbedarf insgesamt weiter erhöhen, auch wenn aufgrund von Einsparungsvorgaben nicht alle Stellen nachbesetzt werden. Das zahlenmäßige Verhältnis von diplomierten KrankenpflegerInnen und Pflege(fach-)assistenzen in Betreuungsteams wird sich tendenziell in Richtung der letzteren Berufsgruppe verschieben, weil dadurch Kosten eingespart werden können.
 
Die größte Nachfrage herrscht in der Pflege von alten Menschen, in der Langzeitpflege und im stationären Bereich. Um Ressourcen zu sparen, geht der Trend weiterhin in Richtung ambulante Behandlungen und häusliche Pflege; es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend krisenunabhängig im Beobachtungszeitraum bis 2023 fortsetzt. Es ist noch nicht voraussagbar ob die in der Coronakrise bekundete Wertschätzung in konkrete Maßnahmen umgesetzt wird, wie z.B. mehr Arbeitsplätze im Pflegebereich.
 
Hoher Frauenanteil und prekäre Arbeitsbedingungen
In der Pflege und Betreuung arbeiten fast ausschließlich Frauen: In der stationären Pflege beträgt der Frauenanteil 81%, in der mobilen Pflege sogar 93%. In der stationären Pflege sind 51% der Beschäftigten teilzeitbeschäftigt, in der mobilen Pflege und Betreuung 88%. Der hohe Teilzeitanteil führt zu niedrigen Einkommen. Oftmals fehlen Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten. Dadurch entstehen prekäre Verhältnisse und in der Folge Pensionen unter der Armutsgrenze.
 
Gute Beschäftigungsprognose für Hebammen
Die Zahl der Neugeborenen lag im Jahr 2019 laut den vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria bei 84.221. Das entspricht einem Geburtenrückgang von 1,5% im Vergleich zu 2018. Die Nachfrage nach Hebammen steigt allerdings dennoch, einerseits aufgrund des Trends zu kürzeren Spitalsaufenthalten nach der Geburt, andererseits durch den Wunsch vieler Eltern nach intensiverer Betreuung zu Hause. Um eine ausreichende Versorgung der Mütter zu gewährleisten, werden mehr Kassenhebammen benötigt.
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Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe Arbeitskräfte-Nachfrage Offene Stellen im eJob-Room Offene Stellen
 
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
Berufe Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Gesundheits- und Krankenpflege, Hebammen Prognose derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS eJob-Room-Inserate
      Rück blick 2019 2018 2019 2018 aktuell
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Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufe
1.917
1.163
3.273
2.559
683
AMS Funkmaus
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Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufe
132
33
240
97
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3 Quadrate
Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufe
4.411
3.493
3.828
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1.092
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Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufe
64
50
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Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2023.
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
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gleichbleibend
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tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
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Aufgrund der Corona-Krise dzt. keine Einschätzung möglich:
keine Angabe
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Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb der Berufsobergruppe
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
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Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate, aktuell:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom 18.01.2021.

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drei Pfeile nach rechtsHebamme (m/w) zwei Pfeile nach rechts Gehobene medizinisch-technische Dienste


 

Kompetenztrends

Umsetzungskompetenz und Flexibilität in der Pflege

Steigende Ansprüche im Pflegebereich erfordern Spezialisierungen und Weiterbildung. Das Berufsfeld entwickelt sich immer mehr zu einer von ÄrztInnen unabhängigen Profession. Beratung wird wichtiger, v.a. über präventive ... [mehr] Mehr Informationen anzeigen

 
Beschäftigungsprognose und Offene Stellen in Printmedien und AMS
Fachliche berufliche Kompetenzen Prognose Bedeutung am Arbeitsmarkt
drei Pfeile nach rechtsMedizinische Informations- und Dokumentationssysteme Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsGesundheitsförderung Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsKenntnis berufsspezifischer Rechtsgrundlagen Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsKenntnis wissenschaftlicher Arbeitsmethoden Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsQualitätsmanagement-Kenntnisse Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsKrankenpflege und Geburtshilfe Pfeil gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsMedizinische Grundkenntnisse Pfeil gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsSäuglingspflege Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsPflegeberatung Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat


Beschäftigungsprognose und Offene Stellen in Printmedien und AMS
Überfachliche berufliche Kompetenzen Prognose Bedeutung am Arbeitsmarkt
drei Pfeile nach rechtsHohes Einfühlungsvermögen Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsInterkulturelle Kompetenz Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsKörperliche Belastbarkeit Pfeil gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsEinsatzbereitschaft Pfeil gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsKommunikationsstärke Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsTeamfähigkeit Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsFreundlichkeit Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsPsychische Belastbarkeit Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsBereitschaft zu Weiterbildung Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate




Prognose für das Jahr 2023:
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Aufgrund der Corona-Krise dzt. keine Einschätzung möglich:
keine Angabe
Fragezeichen Symbol
Bedeutung am Arbeitsmarkt:
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
© AMS Österreich Juli 2020