Arbeitsmarkttrends

RichterInnen und StaatsanwältInnen vor allem im Ministerium tätig

Obwohl sich die Zahl der Studierenden verringert hat, ist Rechtswissenschaften eine der beliebtesten Studienrichtungen. Die Zahl der arbeitslosen AbsolventInnen ist höher als bei anderen Studienrichtungen. Berufserfahrung hat einen wichtigen Stellenwert am Arbeitsmarkt.
 
In Österreich gab es im Jahr 2018 (Stand Dezember) 6.389 RechtsanwältInnen (94 davon sind niedergelassene europäische RechtsanwältInnen) und 2.305 RechtsanwaltsanwärterInnen. Seit 1995 steigt die Zahl der RechtsanwältInnen kontinuierlich. Rund 22 % der RechtsanwältInnen und 49 % der RechtsanwaltsanwärterInnen sind Frauen – das Verhältnis von männlichen und weiblichen AnwärterInnen ist 2018 im Gegensatz zum Vorjahr (50 %) nur mehr fast ausgeglichen.
 
Rechtswissenschaften eine der beliebtesten Studienrichtungen
Im Studienjahr 2017/18 haben 41.966 StudentInnen Rechtswissenschaften als Hauptstudienrichtung belegt. Das sind um 899 Personen weniger als im Vorjahr. Im Studienjahr 2016/17 (aktuellste Zahlen für AbsolventInnen) haben 2.447 Personen ein Jus-Studium abgeschlossen (157 Personen mehr). Der Frauenanteil unter den AbsolventInnen liegt bei rund 42 % (-13 %) und ist damit deutlich gesunken.
 
Von den arbeitslosen AkademikerInnen ist rund jede sechste Person entweder BetriebswirtIn oder JuristIn. Damit liegen die Arbeitslosenzahlen hier deutlich über denen anderer Studiengänge. Der Konkurrenzdruck ist groß (auch zu anderen Studienrichtungen wie „Wirtschaftsrecht“ oder „Recht und Wirtschaft“), und AbsolventInnen fällt der Berufseinstieg oft schwer. Für die wirklich gut dotierten Jobs wird generell einiges an Erfahrung vorausgesetzt.
 
RichterInnen und StaatsanwältInnen
Ende Dezember 2017 wurden in Österreich insgesamt 2.964 RichterInnen und StaatsanwältInnen gezählt, der Frauenanteil betrug 53,7 %. Der größte Anteil dieser Berufsgruppe (83,8 %) ist in den Gerichten und Staatsanwaltschaften tätig. Der Rest verteilt sich auf den Verwaltungsgerichtshof (2,2 %), das Bundesverwaltungsgericht (7,3 %) und das Bundesfinanzgericht (6,7 %). Im Zeitraum 2014 bis 2017 (aktuellste Zahlen) ist der Personalstand in dieser Berufsgruppe kontinuierlich leicht gestiegen; diese Entwicklung wird sich bis auf Weiteres fortsetzen.
 
Die Zahl der NotarInnen ist reglementiert und wird durch das Justizministerium auf Basis von Bedarfsanalysen festgelegt. Anfang 2017 gab es in Österreich rund 500 NotarInnen (ca. 30 % mehr als 1995). Jährlich werden ein paar Dutzend neue NotarInnen ernannt, neue Stellen entstehen zumeist in Regionen mit starkem Bevölkerungswachstum.
 
Für den Lehrberuf RechtskanzleiassistentIn gibt es in den Ballungszentren, insbesondere in Wien, das größte Lehrstellenangebot. Die Anzahl der Lehrlinge lag im Zeitraum von 2009 bis 2012 bei über 200 Personen jährlich, seitdem gibt es weniger Lehrlinge in dem Beruf (2018: 124). Mit einem Frauenanteil von 90,3 % ist der Lehrberuf stark weiblich dominiert.
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Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufsobergruppe Arbeitskräfte-Nachfrage Offene Stellen im eJob-Room Offene Stellen
 
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
Berufe Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Recht Prognose derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS eJob-Room-Inserate
      Rück blick 2019 2018 2019 2018 aktuell
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Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufe
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AMS Funkmaus
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Arbeitskräfte-Nachfrage der Berufe
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AMS Funkmaus

Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2022.
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Aufgrund der Corona-Krise dzt. keine Einschätzung möglich:
keine Angabe
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Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb der Berufsobergruppe
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Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate, aktuell:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom 02.07.2020.

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Diese Berufe finden Sie (auch) ...
Diese Berufe finden Sie (auch) ... ... in diesen Berufsobergruppen
drei Pfeile nach rechtsJuristIn zwei Pfeile nach rechts Bank-, Finanz- und Versicherungswesen; Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
drei Pfeile nach rechtsNotarIn zwei Pfeile nach rechts Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
drei Pfeile nach rechtsRechtsanwalt/-anwältin zwei Pfeile nach rechts Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
drei Pfeile nach rechtsRichterIn zwei Pfeile nach rechts Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften


 

Kompetenztrends

Legal Operations Teams verbessern die Leistungsfähigkeit von Rechtsabteilungen

Die meisten technologischen Innovationen werden bei der Arbeitsunterstützung der AnwältInnen, insbesondere bei Recherche-Datenbanken und Expertensystemen entstehen. Unternehmen erwarten von ihren Rechtsabteilungen einen messbaren Beitrag zur Wertschöpfung und damit zum Unternehmenserfolg.
 
Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Rechtsabteilungen
Unternehmen erwarten von ihren Rechtsabteilungen einen messbaren Beitrag zur Wertschöpfung und damit zum Unternehmenserfolg. Deshalb etablieren sich "Legal Operations Teams", die die Leistungsfähigkeit der Rechtsabteilungen verbessern sollen. Im Rahmen des Anbieter-Managements steuert so ein Team z.B. die Beschaffung externer Rechtsdienstleistungen. Es beauftragt Anwaltskanzleien, Legal-Tech-AnbieterInnen und sonstige Rechtsdienstleistungsunternehmen. Dabei strukturiert und überwacht es Ausschreibungen und erstellt und kontrolliert Service-Level-Vereinbarungen. Solche Teams übernehmen die zentrale Überwachung der rechtlichen Risiken eines Unternehmens und dokumentieren die Budget- und Finanzplanung der Rechtsabteilung.
 
Auch KlientInnen von RechtsanwältInnen fordern hochwertige Rechtsberatung zu immer geringeren Kosten. Daher wird in den neuen technischen Möglichkeiten ein Mittel zur Kostensenkung bzw. Effizienzsteigerung gesehen. So umfasst die so genannte "Legal Technology“ (Legal Tech) Online-Dienste und Computerprogramme zur Unterstützung oder Automatisierung juristischer Abläufe zur Schaffung von Alternativen zu bestimmten Rechtsdienstleistungen. Allerdings schätzen ExpertInnen, dass nur bei 13 % der juristischen Arbeiten eine hohe Chance für Automatisierungen besteht.
 
Dokumenten-Analyse ist neben perfektionierter Rechtsrecherche einer der aussichtsreichsten Legal Tech Bereiche. Zunehmen wird daher auch die Bedeutung von intelligenten Recherchedatenbanken. Kern der Weiterentwicklungen ist z.B. das Erkennen von inhaltlichen Gemeinsamkeiten zwischen Urteilen und juristischer Literatur. Suchanfragen können jetzt schon immer besser auf ihren juristischen Gehalt hin interpretiert werden.
 
Berufseinstieg in „klassische“ Rechtsberufe
RechtsanwältInnen benötigen für die Ausübung ihres Berufs ein abgeschlossenes rechtswissenschaftliches Studium sowie eine fünfjährige Berufsausbildung, die eine (mind.) siebenmonatige Gerichtspraxis sowie eine (mind.) dreijährige Ausbildungszeit als RechtsanwaltsanwärterIn bei einem Rechtsanwalt oder einer Rechtsanwältin umfasst. Die Fähigkeit zu verhandeln und überzeugend zu argumentieren ist eine Basiskompetenz von RechtsanwältInnen. Auch die Vermittlung zwischen unterschiedlichen Interessen und in Konflikten stellt eine wesentliche Kompetenz dar. Die Notwendigkeit Überstunden zu machen hat in den letzten Jahren etwas abgenommen, wenngleich eine prinzipielle Bereitschaft dafür schon gegeben sein sollte.
 
Von RechtskanzleiassistentInnen werden neben fachlichem Know-how und Organisationstalent vor allem sprachliche Gewandtheit (Wort und Schrift), Belastbarkeit und Zielstrebigkeit gefordert. Da sich das Berufsfeld mehr und mehr international ausrichtet, finden kompetente RechtskanzleiassistentInnen, die eine Lehre abgeschlossen haben und über Englisch-Kenntnissen verfügen oder eine relevante osteuropäische Sprache beherrschen, besonders gute Beschäftigungschancen vor.
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Beschäftigungsprognose und Offene Stellen in Printmedien und AMS
Fachliche berufliche Kompetenzen Prognose Bedeutung am Arbeitsmarkt
drei Pfeile nach rechtsJuristisches Fachwissen Pfeil nach oben 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsBetriebswirtschaftskenntnisse Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsUnternehmenssoftware Rechtspflege Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsDokumentieren von Geschäftsprozessen Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsManagementkenntnisse Pfeil nach oben 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsMS Office-Anwendungskenntnisse Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsMediationskenntnisse Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsWissenschaftliches Fachwissen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsEnglisch Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsFremdsprachenkenntnisse Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat
drei Pfeile nach rechtsBüro- und Verwaltungskenntnisse Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat


Beschäftigungsprognose und Offene Stellen in Printmedien und AMS
Überfachliche berufliche Kompetenzen Prognose Bedeutung am Arbeitsmarkt
drei Pfeile nach rechtsKommunikationsstärke Pfeil nach oben 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsLernbereitschaft Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsInterkulturelle Kompetenz Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsEinsatzbereitschaft Pfeil nach oben 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsGutes Auftreten Pfeil gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsArgumentationsfähigkeit Pfeil gleichbleibend 3 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsAnalytische Fähigkeiten Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsDiskretion Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsZuverlässigkeit Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsLoyalität Pfeil gleichbleibend 2 Quadrate
drei Pfeile nach rechtsFührungsqualitäten Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat




Prognose für das Jahr 2022:
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Aufgrund der Corona-Krise dzt. keine Einschätzung möglich:
keine Angabe
Fragezeichen Symbol
Bedeutung am Arbeitsmarkt:
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
© AMS Österreich Juni 2019