|
zur Startseite mit der Übersicht über Stellenangebote
Informationen zu den Bundesländern
Top-Berufe und Top-Qualifikationen
Listen zur Auswahl von Berufen
Listen zur Auswahl von Qualifikationen
Hilfe und Info
Informationen zur Methode
Schicken Sie der Redaktion eine Nachricht
Durchsucht alle Texte nach dem eingegebenen Begriff; starten: mit Klick auf "Suchen"
Durchsucht alle Texte nach dem eingegebenen Begriff; starten: mit Klick auf "Suchen"
Zur Druckansicht des geöffneten Textes | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() Auswahllisten: |
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
Arbeitsmarkttrends Gesundheits- und Krankenpflegeberufe weiterhin stark nachgefragt In Österreich wird die Kluft zwischen dem Angebot und der Nachfrage an diplomierten Pflegekräften immer größer; offene Stellen können oftmals nicht besetzt werden, da qualifiziertes Personal rar ist. Aufgrund verschiedener Einflussfaktoren (z.B. Anstieg von AlterspatientInnen) bestehen aus heutiger Sicht langfristig sehr gute Zukunftsaussichten. Im Jahr 2010 verzeichneten diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen in den österreichischen Krankenhäusern ein Beschäftigungsplus von 1,2 % gegenüber dem Vergleichsjahr 2009. Der Großteil der rund 54.600 Beschäftigten in diesem Bereich war weiblich (86 %). Die Zahl der PflegehelferInnen in Krankenanstalten betrug rund 9.780 Personen und hat in den letzten Jahren leicht zugenommen (+0,6 % zwischen 2007 und 2010). Großer Pflegebedarf Die Pflegeberufe haben in der Bevölkerung ein sehr gutes Image, gleichzeitig gibt es aber aufgrund der hohen Belastungen ein relativ geringes Interesse, Berufe in diesem Bereich selbst auszuüben. Diese Tatsache trägt ebenso zum – laut Hilfsorganisationen „eklatanten“ – Mangel an Pflegefachkräften bei, wie auf der anderen Seite die Zunahme der Zahl älterer Menschen sowie die Fortschritte der modernen Medizin. Weiters gehen familiäre Betreuungskapazitäten zurück, wodurch außerhäusliche Pflegedienstleistungen, aber auch die Hauskrankenpflege verstärkt nachgefragt werden. Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte können daher nach wie vor mit sehr guten Beschäftigungsmöglichkeiten rechnen. Eine große Nachfrage herrscht v.a. in der Altenpflege, in der Langzeitbetreuung und im ambulanten Bereich. Die Frage nach der Finanzierung des Pflegebedarfs steht immer wieder im Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen. Aus dem im Sommer 2011 beschlossenen „Pflegefonds“ fließen bis zum Jahr 2014 insgesamt 685 Mio. Euro in das Pflegesystem. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die Pflegekosten weiterhin enorm ansteigen werden, wird an einer langfristigen Lösung dieser Problematik gearbeitet. Dadurch soll zum einen die Qualität der Betreuung sichergestellt und zum anderen eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in diesem Bereich erreicht werden. Anstehende Pensionierungen werden den Personalbedarf insgesamt weiter erhöhen, auch wenn aufgrund von Einsparungsvorgaben möglicherweise nicht alle Stellen nachbesetzt werden. Es zeichnet sich auch ein Trend dahingehend ab, dass sich das zahlenmäßige Verhältnis von diplomierten Krankenpflegepersonen und PflegehelferInnen in Betreuungsteams tendenziell in Richtung der letzteren Berufsgruppe verschieben wird, weil dadurch Kosten eingespart werden können. Arbeitsbedingungen Aufgrund von Personalknappheit können viele diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen ihren Arbeitsplatz auswählen. Noch ziehen sie tendenziell Stellen in Krankenhäusern der mobilen (Hauskranken-)Pflege und den Alten- und Pflegeheimen vor, da sie dort attraktivere Rahmenbedingungen vorfinden (z.B. bessere Bezahlung, abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Tätigkeiten, Spezialisierungsmöglichkeiten, Karrierechancen). Aber auch in den Krankenanstalten sind die Arbeitsbedingungen nicht einfach: Das mangels Personal oftmals hohe Ausmaß an Arbeitswochenstunden und die hohen PatientInnenzahlen machen die Gesundheits- und Krankenpflege zu einem klassischen „Burn-Out-Beruf“ mit hoher Fluktuation. Im Bereich der Hauskrankenpflege besteht die Möglichkeit, das Gewerbe „Personenbetreuung“ anzumelden und selbstständig auszuüben. Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen sollen v.a. die 24-Stunden-Betreuung leistbar machen und unter bestimmten Voraussetzungen die illegale Pflege legalisieren. Der Pflegeberuf ist nach wie vor sehr stark frauendominiert: Nur 21 % der PflegehelferInnen und 14 % des diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonals in Krankenhäusern sind männlich (Stand: 2010), wobei der höchste Männeranteil mit 36 % bei den diplomierten psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflegekräften festzustellen ist.
Akademisierung der Pflege schreitet voran Inzwischen kann die Ausbildung zum allgemeinen diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeberuf auch an Fachhochschulen absolviert werden. Wissenschaftliche Pflegekompetenzen rücken dadurch in den Vordergrund. Wichtig sind weiterhin Empathie, hohe Belastbarkeit, kostenbewusstes Denken und effiziente Ressourcenplanung. Ausbildungssituation Durch gesetzliche Veränderungen können diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte seit einigen Jahren auch auf Hochschulniveau ausgebildet werden. Im Wintersemester 2012/2013 werden von drei Fachhochschulen und zwei Privatuniversitäten Bachelorstudiengänge angeboten, die zur diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester bzw. zum diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger ausbilden. Steigende Anforderungen in allen Bereichen Grundlegende Anforderungen an Gesundheits- und Krankenpflegepersonen sind Freude am Umgang mit Menschen, Einfühlungsvermögen, körperliche und psychische Belastbarkeit, Verantwortungsbewusstsein sowie Bereitschaft zu Nacht-, Sonntags- und Feiertagsdiensten. Die Ansprüche an Pflegeberufe sind in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen: Verlangt wird eine stärkere Umsetzungskompetenz im Pflegeprozess (z.B. Optimierung von Handlungsabläufen: Anamnese, Pflegediagnose). Darüber hinaus werden auf allen Ebenen Weiterbildungen und Spezialisierungen nachgefragt (z.B. Evidenzbasierte Pflege, im leitenden Bereich fundierte Pflegemanagementkenntnisse). Durch die zunehmenden Kompetenzen entwickelt sich der Beruf dadurch auch immer mehr von der Assistenz für ÄrztInnen hin zur eigenständigen Profession. Ab dem Jahr 2012 können diplomierte Pflegefachkräfte mit entsprechender Ausbildung Begutachtungen vornehmen, auf deren Grundlage über Anträge auf Erhöhung des Pflegegeldes entschieden wird. Im Umgang mit den PatientInnen nimmt die so genannte „Individualbetreuung“ einen immer größeren Stellenwert ein. Das Pflegepersonal soll auf die PatientInnen eingehen und sich in sie einfühlen können. Allerdings verhindert die hohe Zahl an zu betreuenden Personen oftmals die Umsetzung dieses Ideals – insbesondere in der mobilen Alten- und Krankenpflege. Trotz des Zeitdrucks ist bei älteren und hoch betagten Menschen ein gewisses Maß an Geduld sowie Verständnis für altersbedingte Erkrankungen (z.B. Demenz) gefragt. Weiters ist im Kontakt mit PatientInnen, die aus anderen Ländern bzw. Kulturen stammen, Sensibilität gegenüber deren Bedürfnissen bezüglich Hygiene, religiösen Ritualen und anderen bedeutenden Aspekten mitzubringen. Typischerweise sind die Pflegeberufe mit hohen physischen und psychischen Beanspruchungen konfrontiert, weshalb zum einen z.B. die Kenntnis von Hebetechniken und zum anderen v.a. Coping-Strategien (Strategien zum Umgang mit Belastungen) sowie Supervision (therapeutische Beratung bezüglich Problematiken im Berufsalltag) einen entscheidenden Stellenwert einnehmen, um die eigene physische und psychische Gesundheit erhalten zu können und so einem Burn-out vorzubeugen. Spezialwissen Durch den Trend zu kürzeren Verweildauern in Krankenhäusern wird Wissen in verschiedene Richtungen benötigt: Spezialwissen in der Überleitungspflege und im Schnittstellenmanagement (fachgerechte Übermittlung der PatientInnen in eine andere Einrichtung, Case- und Caremanagement) sowie bereichsübergreifendes Denken gewinnen an Bedeutung. Die Zunahme der Häufigkeit chronischer Erkrankungen (z.B. Diabetes, Atemwegserkrankungen, Krebserkrankungen) stellt eine große Herausforderung für das Gesundheitssystem im Allgemeinen sowie für das Fachpflegepersonal dar. Daher werden spezielle Pflegekenntnisse in diesem Bereich, die Einbindung der Angehörigen sowie die Pflegeberatung hinsichtlich präventiver und gesundheitsfördernder Maßnahmen wichtiger. Auch Kenntnisse im Einsatz technischer Hilfsmittel wie z.B. Notrufarmbänder oder Erinnerungssysteme für die Medikamenteneinnahme sowie im Umgang mit grundlegenden EDV-Anwendungen rücken in den Vordergrund.
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bearbeitung: 3s Unternehmensberatung © AMS Österreich November 2012 |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||