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Arbeitsmarkttrends Trotz Konkurrenz- und Preisdruck stabile Entwicklung der Beschäftigung erwartet Konjunkturbewegungen im Baubereich erfassen Baunebengewerbe oft mit zeitlicher Verzögerung, weshalb die seit 2009 anhaltende Abschwächung der Baukonjunktur im Berufsfeld erst 2010 deutliche Auswirkungen zeigte. Seit 2011 geht es wieder leicht aufwärts, wobei die schwache Bautätigkeit im Wohnungsneubau sowie die Strukturschwäche mancher Betriebe sich negativ auf die Auftragslage der Baunebengewerbe auswirken. Insgesamt wird die Beschäftigung innerhalb des Prognosezeitraumes bis 2016 als gleich bleibend eingeschätzt. Baunebengewerbe kämpfen mit vielfältigen Problemen Das Berufsfeld „Innenausbau und Raumausstattung“ umfasst die Baunebengewerbe, das sind jene Gewerke, die sich mit dem Ausbau von Bauwerken beschäftigen. Im Berufsfeld gibt es vorwiegend Kleinbetriebe, die sowohl mit strukturellen Problemen (niedrige Eigenkapitalquote, niedrige Erträge, geringe Innovationsbereitschaft etc.) als auch mit erheblichem Konkurrenz- und Preisdruck zu kämpfen haben. Auch die Schwarzarbeit, d.h. die Erbringung der Arbeit gegen Entgelt, aber ohne ordnungsgemäße Meldung und Bezahlung der Abgaben, ist in diesem Berufsfeld ein bekanntes Problem. Die größte Berufsgruppe in diesem Berufsfeld sind die InstallationstechnikerInnen mit ca. 26.000 Beschäftigten. Eine zunehmende Herausforderung in diesem Berufsfeld ist der Fachkräftemangel in manchen Berufen und Regionen. So gaben bei einer Befragung der KMU-Forschung Austria im Frühjahr 2012 42 % der Installationsbetriebe und 33 % der Malereibetriebe an, auf der Suche nach Fachkräften zu sein. Bei einer neuerlichen Befragung im Frühjahr 2013 erklärten 26 % der Betriebe, dass ihre Geschäftsentwicklung durch Fachkräftemangel beeinträchtigt sei. Diese Entwicklung wird sich innerhalb des Beobachtungszeitraums bis 2016 noch zuspitzen. Lehrlinge werden daher verstärkt gesucht und verfügen nach der Lehre über gute Berufschancen. Regional gesehen ist der Fachkräftemangel in Vorarlberg, Kärnten und Oberösterreich am stärksten ausgeprägt. Sanierung und Renovierung als Hoffnungsbereiche Die österreichischen Gewerbebetriebe können dem Do-it-yourself-Trend und der Konkurrenz von Einpersonenunternehmen (EPU) aus Osteuropa nur durch Betonung der handwerklichen Professionalität sowie durch Service- und KundInnenorientierung entgegenwirken. Allgemein können die Berufe dieses Feldes davon profitieren, dass immer mehr Menschen Wert auf eine individuelle und zugleich professionelle Gestaltung ihres unmittelbaren Lebensraums legen. Hoffnungsbereiche der Branche sind die Althaussanierung, der Renovierungssektor sowie Dachbodenausbauten. Die seit April 2012 bestehende Halbierung der staatlichen Prämien für das Bausparen könnte einen dämpfenden Effekt auf Aus- und Umbaumaßnahmen haben. Die Entwicklung der Sanierungstätigkeit ist grundsätzlich stark von Anreizen durch öffentliche Förderungen abhängig. Von der Bereitstellung neuer Mittel für thermische Sanierungen hängt es daher ab, ob positive Impulse für die Berufe dieses Feldes, z.B. für IsoliermonteurInnen und InstallationstechnikerInnen wirksam werden können. Badeboom, Barrierefreiheit und das zentral gesteuerte Haus Der Wellness-Trend führt dazu, dass Neugestaltungen oder Sanierungsarbeiten im Badebereich anhaltend gefragt sind. Davon können InstallationstechnikerInnen profitieren, deren Beschäftigungsaussichten in den Jahren bis 2016 als günstig eingeschätzt werden. Die demografische Entwicklung einer alternden Bevölkerung führt dazu, dass viele Wohnräume barrierefrei umgestaltet werden. Davon können einige Berufe dieses Feldes, z.B. Platten- und Fliesenleger sowie Bodenleger, profitieren. Ihre Beschäftigungschancen im Beobachtungszeitraum bis 2016 werden daher stabil eingeschätzt. Durch die steigenden Energiepreise ist ein verstärktes Interesse an Niedrigenergiebauweisen zu beobachten. InstallationstechnikerInnen, die Erfahrung mit dieser Bauweise haben, werden daher besonders gesucht. Allgemein gibt es einen Trend zu Komplettangeboten im Hausbau („schlüsselfertige Übergabe“): Dabei sollen alle Arbeiten von einer Hand koordiniert werden – mit Qualitäts-, Termin- und Kostengarantie. Ebenfalls stark im Kommen ist die zentrale Steuerung verschiedener Komponenten der Haustechnik, wie Raumtemperatur, Multimediaeinrichtungen, Alarmanlage und Beleuchtung.
Fachkompetenz und Serviceorientierung sind unerlässlich Neben umfassenden Fachkenntnissen sind in diesem Berufsfeld Service- und KundInnenorientierung besonders wichtig geworden. Durch professionelle fachliche Beratung und Umsetzung spezifischer KundInnenwünsche gelingt es, die Qualität des Handwerks von Do-it-yourself-Leistungen und der ausländischen Konkurrenz abzuheben. Ausbauen und Gestalten im Kontakt mit den KundInnen Besonders im PrivatkundInnenbereich haben Service- und Zusatzleistungen wie Farb- oder Stilberatung Einzug gehalten. KundInnenbetreuungs- und Einrichtungsberatungskenntnisse stellen daher wünschenswerte Zusatzkompetenzen für die Berufe im Innenausbau dar. Wer kreative Ideen für die Raumgestaltung oder für die Einrichtung mitbringt, Farbkonzepte erstellen kann, Kenntnisse im Anfertigen von Skizzen und Einrichtungsplänen nach KundInnenwünschen hat oder Know-How in Badplanung und -gestaltung mitbringt, hat Vorteile am Arbeitsmarkt. Zusätzlich tritt auch der Serviceaspekt im Handwerk immer mehr in den Vordergrund, z.B. legen KundInnen verstärkt Wert auf gute Beratung und sauberes Arbeiten. Auch persönliche Einstellungen und Werte wie Freundlichkeit und Zuverlässigkeit (z.B. Pünktlichkeit) sind im Handwerksbereich unerlässlich geworden. Von InstallationstechnikerInnen wird umfassendes Know-how von der Planung bis zur Montage erwartet. Spezialkenntnisse in den neuesten Schweißtechniken und Zusatzkenntnisse in Elektrotechnik, Haustechnik (Lüftungssysteme, Regelungstechnik und Steuerung) sowie Niedrigenergiebau stellen am Arbeitsmarkt einen Vorteil dar. Von StuckateurInnen und TrockenausbauerInnen werden Genauigkeit und handwerkliches Geschick (z.B. beim Anfertigen und Anbringen von Gipsverzierungen) erwartet. Restaurierungs- und Dekorationstechniken können die Arbeitsmarktchancen steigern. IsoliermonteurInnen sollten umfassendes Know-how in Isolationstechniken mitbringen, etwa das Isolieren stromführender Drähte sowie Kühl- und Wärmeisolierung. Spezialkenntnisse in Umwelttechnik, Elektrik und Elektronik erhöhen die Berufsaussichten.
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| Bearbeitung: Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) © AMS Österreich Juni 2013 |
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