TRENDS IM BERUFSBEREICH

Pfeil nach rechtsWissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung

Arbeitsmarkttrends

Siegeszug digitaler Technologien in forschungsbasierten Tätigkeiten



Das Arbeiten mit digitalen Technologien und Big Data wird zur Schlüsselkompetenz des akademischen Kompetenzprofils. MedizinerInnen, NaturwissenschafterInnen, TechnikerInnen und MINT-LehrerInnen haben gute Arbeitsmarktchancen. Österreich steht bei den Forschungsausgaben an zweithöchster Stelle in der EU.
 
AkademikerInnenquote deutlich gestiegen 
Im März 2019 stieg die Arbeitslosigkeit von AkademikerInnen um 4,1 % auf 23.869 Personen. Im Jahresdurchschnitt waren 2018 6,5 % der AkademikerInnen arbeitslos. Da jedoch die Zahl der unselbstständig Erwerbstätigen mit akademischer Ausbildung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist, ist die Arbeitslosenquote von AkademikerInnen relativ stabil.
 
Sinkende Studierendenzahlen an Universitäten
An den öffentlichen Universitäten sind die Studierendenzahlen im Wintersemester 2018/19 um rund 9.500 Personen bzw. um 3,4 % auf 268.600 zurückgegangen. Noch höher fiel das Minus bei den StudienanfängerInnen aus, deren Neuzulassung um 3,8 % auf rund 45.500 sank. Damit ist die Anzahl der StudienanfängerInnen und der Gesamtstudierenden das zweite Jahr in Folge zurückgegangen. Als Gründe gelten die steigenden Studierendenzahlen an den Fachhochschulen und Privatuniversitäten sowie die seit 2014 sinkenden MaturantInnenzahlen. Laut Statistik Austria dürften die MaturantInnenzahlen erst 2021 wieder das Niveau von 2014 erreichen. Von den 21 öffentlichen Universitäten verzeichneten 14 Rückgänge bei den Studierendenzahlen.
 
Privatuniversitäten etablieren sich
Neben den staatlichen Universitäten, Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen haben sich in den letzten zehn Jahren die Privatuniversitäten als Ergänzung im tertiären Sektor etabliert. Aktuell bieten 14 Privatuniversitäten in Österreich mehr als 150 Studiengänge, insbesondere in den Bereichen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Medizin, Theologie, Philosophie sowie Kunst und Musik. Die jüngste Privatuniversität, die Berta von Suttner Privatuniversität, startete im März 2019.
 
Schwieriger Berufseinstieg
Beim Berufseinstieg ist in manchen Wissenschaftsbereichen Flexibilität gefragt. Aufgrund der Veränderungen der Arbeitswelt im Allgemeinen und der zunehmend projektbezogenen Organisation von Forschungsarbeiten befinden sich junge WissenschaftlerInnen am Beginn des Arbeitslebens häufig in atypischen Beschäftigungssituationen. Sie sammeln ihre ersten beruflichen Erfahrungen oft in zeitlich befristeten Stellen, in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, als „Freie DienstnehmerInnen“ oder als „Neue Selbstständige“ auf Werkvertragsbasis. Dies trifft sowohl auf universitäre als auch außeruniversitäre Beschäftigungen zu. Trotz der zumeist geringeren Berufserfahrung finden jedoch JungakademikerInnen teilweise sogar leichter Arbeit als Ältere, da sie für ArbeitgeberInnen finanziell günstiger sind und sich eher auf prekäre Beschäftigungsverhältnisse einlassen.
 
Die Berufschancen sind sehr unterschiedlich: Besonders positiv sind die Aussichten für NaturwissenschafterInnen, BiowissenschafterInnen, MedizinerInnen und TechnikerInnen. Als eher schwierig werden die beruflichen Chancen angehender Geistes- und SozialwissenschafterInnen bewertet.
 
Ausgezeichnete Arbeitsmarktchancen für LehrerInnen
Aufgrund der aktuellen Pensionierungswelle und der Auswirkungen der neuen PädagogInnenausbildung sind die Berufsaussichten für angehende LehrerInnen der Primar- und Sekundarstufe in den nächsten drei bis fünf Jahren äußerst vielversprechend, allerdings nicht in allen Fächern. Insbesondere die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind gefragt, aber auch Bildnerische Erziehung, Werken und Musik. Weiters benötigt man ab 2020 Lehrpersonal für das neue Fach „Ethik“ sowie LehrerInnen mit Berufserfahrung und einer abgeschlossenen MentorInnenausbildung. Weniger Chancen bieten u.a. die Fächer Geschichte, Psychologie oder Philosophie.
 
Zweithöchste Forschungsausgaben in der EU 
2017 steigerte Österreich seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung gemessen am BIP gegenüber 2007 von 2,42 % auf 3,16 %, der zweithöchste Wert unter den 28 EU-Staaten. Der EU-Durchschnitt lag bei 2,07 % des europäischen BIP. Insgesamt tätigte die EU 2017 Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der Höhe von 318,1 Mrd. Euro, 2007 waren es lediglich 229,6 Mrd. Euro. Hinter Schweden und Österreich rangierten laut Eurostat Dänemark (3,06 % des BIP) und Deutschland (3,02 %).


 

Green Jobs und Skills: Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung





 

Frauen und Männer am Arbeitsmarkt: Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung

Frauen im Bildungsbereich in der Überzahl; in Forschung und Entwicklung sind mehr Männer

Während im Teilbereich „Forschung und Entwicklung“ mehr Männer als Frauen arbeiten (Frauenanteil: 42,8 %), ist der anteilsmäßig wesentlich größere Bereich „Erziehung und Unterricht“ weiblich dominiert (Frauenanteil: 57,1 %). Insgesamt belaufen sich die Beschäftigungsstände 2014 auf 63.900 Frauen und 51.300 Männer. Der Frauenanteil liegt insgesamt bei 55,5 %.

 
Vergleich der Arbeitslosenquote von AkademikerInnen mit der Gesamt-Arbeitslosenquote, 2011-20018
Diagramm
Quelle: Statistische Abteilung des AMS Österreich. Grafik: AMS Österreich.

 
Arbeitskräfte-Nachfrage: Österreich gesamt
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
Berufsfelder Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Prognose derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room)
 2019    2018
AMS eJob-Room-Inserate
 2019    2018
aktuell
zwei Pfeile nach rechts Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften Pfeil nach oben 1 Quadrat834 530 359 423 37
zwei Pfeile nach rechts Technische Forschung und Entwicklung Pfeil nach oben 1 Quadrat1.691 1.682 1.844 2.159 243
zwei Pfeile nach rechts Schule, Weiterbildung, Hochschule Pfeil gleichbleibend 1 Quadrat2.668 3.743 1.216 1.099 138
zwei Pfeile nach rechts Geistes-, Kultur- und Humanwissenschaften Pfeil nach unten 1 Quadrat443 159 149 132 23
zwei Pfeile nach rechts Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften Pfeil nach unten 1 Quadrat2.139 1.598 649 588 96


Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2022.
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Aufgrund der Corona-Krise dzt. keine Einschätzung möglich:
keine Angabe
Fragezeichen Symbol
Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb des Berufsbereichs
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate 2019 bzw. 2018
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate, aktuell:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom 02.07.2020.
© AMS Österreich Juni 2019