TRENDS IM BERUFSBEREICH

Pfeil nach rechtsTourismus, Gastgewerbe, Freizeit

Arbeitsmarkttrends

Gute Prognosen für Beschäftigung in Tourismus, Beherbergung und Gastgewerbe



Die sofort verfügbaren Stellen in Beherbergung und Gastronomie und die Zahl der Lehrlinge in Tourismusberufen verzeichnen ein Plus, die Arbeitslosenzahlen sind im Vergleich zu 2017 rückläufig. Die Berufe im Sport und in der Freizeitgestaltung werden sich weitgehend stabil entwickeln.
 
Tourismus als wichtige Säule der heimischen Wirtschaft
Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus und der Freizeitwirtschaft in Österreich ist laut Tourismus-Satellitenkonto des WIFO und der Statistik Austria sehr groß. Der direkte Effekt des Tourismus gemessen am BIP lag 2017 bei 7 % (entspricht € 26 Mio.). Betrachtet man die gesamte Tourismus- und Freizeitwirtschaft – und berücksichtigt somit auch den nicht-touristischen Freizeitkonsum der ÖsterreicherInnen – beläuft sich der Anteil am BIP auf rund 16 %.
 
Gestiegene Nächtigungen und Ankünfte
2018 konnten sowohl bei den Nächtigungen als auch bei den Ankünften neue Rekordwerte erreicht werden: Rund 148,6 Mio. Übernachtungen bedeuteten einen Zuwachs von + 2,9 % gegenüber 2017. Im Kalenderjahr 2018 verzeichnete Österreich ein Plus von 3,4 % (entspricht 44,5 Mio.) bezogen auf die Ankünfte.
 
Gastronomie: Weniger Unternehmensneugründungen bei steigender Beschäftigungszahl
2018 belief sich die Zahl der Unternehmensneugründungen in der Gastronomie auf 1.007, was einer Abnahme gegenüber 2017 (1.085 Unternehmen) bedeutet. In den insgesamt rund 32.000 Unternehmen österreichweit gab es 2017 allerdings um 3,9 % mehr Beschäftigte als 2016 (rund 190.000 Beschäftigte).
 
Freizeit und Sport: hoher Selbstständigen- und Teilzeitanteil
Im Vergleich zu den beschäftigungsintensiven Branchen Beherbergung und Gastronomie zählen die Berufsobergruppen „Reise- und Freizeitgestaltung“ sowie „Sport, Sportunterricht“ zahlenmäßig zu den Kleineren im Berufsbereich. In den Fitness- und Sportberufen ist der Anteil an Selbstständigen und an Teilzeit-, Neben- und Saisontätigkeiten hoch.
 
Vorübergehende Arbeitslosigkeit und Risikogruppen 
Die Arbeitslosigkeit im Tourismus (ausgenommen im Städtetourismus) unterliegt starken saisonalen Schwankungen, wobei in der Beherbergung Saisonspitzen stärker ausgeprägt sind als in der Gastronomie. Die Arbeitslosenspitze (April bzw. November) ist allerdings von kurzer Dauer, jede/r fünfte Jobsuchende hat bereits eine Einstellzusage.
 
Die Zahl der Arbeitslosen im Tourismus ist von 2017 auf 2018 um 6,2 % gestiegen, wobei sie in der Steiermark am stärksten gestiegen ist (+ 7,7 %). Zu den Risikogruppen, die überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen sind, zählen weibliche und ausländische Beschäftigte. Der Frauenanteil lag 2018 bei 57,1 % (21.718 Personen) an allen arbeitslosen Personen im Tourismus. Auch der Anteil an ausländischen Arbeitskräften an den Arbeitslosen im Tourismus ist hoch (ca. 14.600 Personen bzw. 38,5 %).
 
Qualitäts- vs. Preisbewusstsein
KundInnen und Gäste erwarten freundlichen, empathischen und authentischen Service in stilvollem Ambiente, regionale Gerichte mit frischen Bio-Zutaten, zielgruppengerechte Beratung im Reisebüro und individuelle Betreuung im Hotel und im Fitnesscenter. Im Reise- und Freizeitbereich sowie im Sport punkten sowohl Angebote mit hoher Qualität (z.B. teure Fitnesscenter, Fünfsternehotels) als auch Diskontanbieter oder die Privatzimmervermietung (z.B. Airbnb). 
 
Digitale Medien nicht mehr wegzudenken
Die Gästebeurteilung von Unterkünften auf online Plattformen ist eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für die Urlaubsplanung, welche vorrangig online getätigt wird. Die Digitalisierung macht es außerdem möglich, Urlaubsdestinationen schon vorab mittels Kamerafahrten (Drohnen) anzusehen. UrlauberInnen verlassen sich immer seltener alleine auf statische Katalogbilder. Auch in der Gastronomie werden Reservierungen häufig online getätigt.


 

Green Jobs und Skills: Tourismus, Gastgewerbe, Freizeit





 

Frauen und Männer am Arbeitsmarkt: Tourismus, Gastgewerbe, Freizeit

Weibliche Beschäftigte mit 58 % in der Überzahl

Generell sind im Berufsbereich „Tourismus, Gastgewerbe, Freizeit“ mehr Frauen (58%) als Männer beschäftigt. Die Geschlechterverhältnisse zwischen den Berufsfeldern dieses Bereichs variieren jedoch stark: Während in Reisebüros überwiegend Frauen arbeiten (Frauenanteil: 70%), sind Männer sowohl in der „Erbringung von Dienstleistungen des Sports, der Unterhaltung und Erholung“, als auch dem „Spiel-, Wett- und Lotteriewesen“ in der Überzahl (Frauenanteil: 46 bzw. 38%).

 
Unselbstständig Beschäftigte in Tourismus und Freizeit im Jahresdurchschnitt 2011-2018
Diagramm
Quelle: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz. Grafik: AMS Österreich.

 
Arbeitskräfte-Nachfrage: Österreich gesamt
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
Berufsfelder Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Prognose derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room)
 2018    2017
AMS eJob-Room-Inserate
 2018    2017
aktuell
zwei Pfeile nach rechts Anlern- und Hilfsberufe Tourismus, Gastgewerbe, Freizeit Pfeil nach oben 2 Quadrate6.015 4.636 24.026 19.587 1.980
zwei Pfeile nach rechts Küchen- und Servicefachkräfte Pfeil nach oben 2 Quadrate26.637 29.307 39.772 36.839 3.670
zwei Pfeile nach rechts Hotelempfang, Etage Pfeil nach oben 1 Quadrat4.996 5.360 4.952 4.590 314
zwei Pfeile nach rechts Hotelverwaltung, Gaststättenleitung Pfeil nach oben 1 Quadrat814 1.051 1.107 823 99
zwei Pfeile nach rechts Reise- und Freizeitgestaltung gleichbleibend 1 Quadrat361 269 784 706 63
zwei Pfeile nach rechts Sport, Sportunterricht gleichbleibend 1 Quadrat196 241 847 815 67


Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2022.
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb des Berufsbereichs
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2018 bzw. 2017
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate 2018 bzw. 2017
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate, aktuell:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom 29.05.2020.
© AMS Österreich Juni 2019