BERUFE

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TRENDS IM BERUFSBEREICH

Pfeil rotTextil- und Bekleidungsindustrie, Mode, Leder

Arbeitsmarkttrends

Stabilisierung nach Talfahrt

Nach der Talfahrt der letzten Jahre hat sich der Berufsbereich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Trotz erfolgreicher innovativer Nischenprodukte und positiver Auftragslage werden die Beschäftigungszahlen im Prognosezeitraum bis 2022 jedoch voraussichtlich weiterhin leicht sinken.
 
Strukturwandel fast abgeschlossen
Nach einem starken Wandel steht der Berufsbereich „Textil- und Bekleidungsindustrie, Mode, Leder“ heute für Entwicklung, Design und Qualität. Umfangreiche Auslagerungen von Produktionsstätten in Niedriglohnländer und betriebliche Umstrukturierungen sind in den verschiedenen Sparten noch nicht ganz abgeschlossen. Verflechtungen zu den europäischen Nachbarländern sowie Konkurrenz aus Asien beeinflussen die Branche nach wie vor stark.
Ein starkes Auf und Ab von Umsatz- und Beschäftigungsverlauf wird die Branche weiterhin prägen. Gründe dafür sind u.a. die Entwicklung des Baumwollpreises, die hohe Exportquote (70 bis 90 %), Verflechtungen mit anderen Produktionsbereichen (z. B. Automobilindustrie), internationale Branchenprozesse und die Entwicklung des Lohnniveaus.

Leichter Beschäftigungsrückgang aber optimistische Erwartungen
In der der Textil- und Bekleidungsindustrie haben sich sowohl Auftragslage, als auch Konjunkturerwartungen verbessert. Im gesamten Bereich der „Textil-, Bekleidungs-, Schuh- und Lederindustrie“ sind die Beschäftigungszahlen (23.001, +0,03 %) und Umsätze (+2,1 %) laut Branchenvertretung im ersten Halbjahr 2018 leicht gestiegen. In der Sparte „Mode- und Bekleidungstechnik“ ist der Personalstand laut Branchenvertretung 2017 leicht gesunken (7.979, -0,94 %). Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) prognostiziert für den Bereich Textil- und Bekleidung insgesamt einen Beschäftigungsrückgang von -1,9 % für den Zeitraum 2016 bis 2023.

Ausdifferenzierung am kleinen Markt
Die österreichische Textil- und Bekleidungsindustrie setzt mittlerweile auf innovative und qualitativ hochwertige Produkte, neueste Technologien und nachhaltige Produktionsmethoden. Spezialisierungen und Nischenprodukte, wie beispielsweise technische Textilien, Afrika-Damast und hochwertige Lederprodukte, gewinnen an Bedeutung. Bei diesen hochwertigen und wissensintensiven Produkten nimmt Österreich international eine Vorreiterrolle ein. BranchenexpertInnen hoffen zudem auf eine Verbesserung der Auftragslage, aufgrund der zunehmenden Nachfrage von KonsumentInnen nach qualitativ hochwertigen und ökologisch nachhaltigen Textil-Materialien und Produkten aus europäischer Produktion.
Im Nachbarland Deutschland wirkt den Auslagerungen nach Asien ein neuer Trend entgegen, der im Prognosezeitraum bis 2022 auch Einfluss auf die österreichische Bekleidungsindustrie nehmen könnte: Mit „Fast Fashion“ ist die Notwendigkeit der Industrie gemeint, rasch auf neue Modetrends reagieren zu können. Daher beobachten BranchenexpertInnen, dass Unternehmen der deutschen Modeindustrie in den letzten Jahren wieder zunehmend in Europa und im europanahen Raum produzieren lassen, etwa in Osteuropa und Nordafrika.

Fokus auf hochqualifizierte Arbeitskräfte
Durch die Auslagerung der Produktion in europäische Nachbarländer und verstärkte Aktivitäten im Bereich Forschung, Produktentwicklung sowie die Entwicklung neuer Produktionsmethoden herrscht laut BranchenexpertInnen Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Berufsbereich. Die Branche setzt deshalb stark auf Nachwuchsförderung und fachliche – oftmals auch betriebliche – Aus- und Weiterbildung. Um Ausbildungen mehr Attraktivität zu verleihen, rät ein Experte deren Inhalte vielfältiger zu gestalten, damit Beschäftigte am Arbeitsmarkt mobiler sein und auch in anderen Berufsbereichen unterkommen können. Arbeitsplätze sind in der Branche rar gesät und liegen geografisch teilweise weit auseinander.

Fortschreitende Automatisierung und die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland führen zu einem geringeren Bedarf an Anlern- und Hilfsberufe mit niedrigem Qualifikationsniveau. Dieser Trend wird sich im Betrachtungszeitraum bis 2022 weiter fortsetzen. Die Kommunikation zwischen Entwicklungs- und internationalen Produktionsstandorten und damit auch Englischkenntnisse rücken aufgrund der internationalen Verflechtung stärker in den Fokus.


Kurztext

 

Frauen und Männer am Arbeitsmarkt: Textil- und Bekleidungsindustrie, Mode, Leder

Geringe Beschäftigungszahlen, Frauenanteil bei 58 %

Im Berufsbereich „Textil- und Bekleidungsindustrie, Mode, Leder“ sind 10.200 Frauen und 7.300 Männer unselbständig beschäftigt. Der Frauenanteil liegt bei 58 %. In zwei der drei Teilbereiche („Herstellung von Bekleidung“ und „Herstellung bzw. Reparatur von Leder, Lederwaren und Schuhen“) überwiegen Frauen. Im dritten und größten Teilbereich, der Herstellung von Textilien, sind hingegen etwas mehr Männer als Frauen beschäftigt (Frauenanteil: 46 %).

Mehr Gender Informationen

 
Unselbstständig Beschäftigte in der Herstellung von Textilien und Bekleidung und Leder, 2011 bis 2018
Diagramm
Quelle: Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Grafik: AMS Österreich.

 
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
... in der Berufsobergruppe Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Textil- und Bekleidungsindustrie, Mode, Leder prognostiziert derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS-Stellen
    2017 2016 2017 2016 aktuell im eJob-Room
zwei Pfeile nach rechtsBekleidungsherstellung, Textilerzeugung und -verarbeitung gleichbleibend 2 Quadrate 245 310 754 714 92
zwei Pfeile nach rechtsAnlern- und Hilfsberufe Textil Pfeil nach unten 2 Quadrate 57 43 609 527 59
zwei Pfeile nach rechtsLedererzeugung und -verarbeitung Pfeil nach unten 1 Quadrat 12 14 124 178 26

zwei Pfeile nach rechts Offene Stellen im eJob-Room


Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2022.
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb des Berufsbereichs
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2017
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse 2017

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS 2017 und 2016
aus: AMS Statistik; beim AMS gemeldete freie Stellen, Gesamtjahr 2017 bzw. 2016.

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS, aktuell im eJob-Room:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom .
© AMS Österreich Juni 2019