BERUFE

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TRENDS IM BERUFSBEREICH

Pfeil rotLandwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft

Arbeitsmarkttrends

Herkunftskennzeichnungen und sinkende Beschäftigung

Betriebsstilllegungen und der damit einhergehende Beschäftigungsrückgang im Bereich „Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft“ haben sich zwar seit dem Jahr 2016 verlangsamt, im Betrachtungszeitraum bis 2022 ist aber weiterhin mit einer tendenziell sinkenden Beschäftigung zu rechnen. Kennzeichnungspflichten und Innovationen versuchen, diesem Negativtrend entgegenzuwirken und Arbeitsplätze zu erhalten.
 
Struktur und wirtschaftliche Bedeutung
Der Bereich „Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft“ ist in Österreich durch relativ kleine Betriebe gekennzeichnet, wobei aber ein Trend zu größeren Betrieben sowohl in der bewirtschafteten Gesamtfläche als auch bei der Anzahl der gehaltenen Tiere zu erkennen ist. Die Produktivität in der Landwirtschaft ist in den letzten Jahren stark angestiegen – laut jüngstem „Grünem Bericht“ des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft ernährt ein/eine österreichische/r Bauer/Bäuerin derzeit 108 Menschen, während es im Jahr 2000 „nur“ 67 waren. Die Agrarstrukturerhebung 2016 der Statistik Austria zählte in Österreich rund 162.000 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (-3 % gegenüber der letzten Erhebung 2013), die mehr als zur Hälfte im Nebenerwerb bewirtschaftet werden. In diesem Berufsbereich arbeiten etwa 4 % aller Erwerbstätigen Österreichs, der Großteil davon sind familieneigene Arbeitskräfte (BetriebsleiterInnen und ihre Familienangehörigen). Auf einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb kamen 2017 im Schnitt 2,5 Beschäftigte.
 
Die klimatischen und landschaftlichen Unterschiede bedingen regional sehr unterschiedliche Kulturformen. Steiermark und Kärnten sind die waldreichsten Bundesländer (über 50 % der Gesamtfläche werden forstwirtschaftlich genutzt), Ackerflächen befinden sich vor allem im Osten Österreichs, im alpinen Raum dominiert die Grünlandwirtschaft (Weiden und Wiesen). Der Schwerpunkt der Viehhaltung findet sich in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark.
 
„Fremdarbeitskräfte“ gefragt
Die Beschäftigungssituation im Bereich „Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft“ ist durch einen deutlichen Rückgang der Arbeitskräfte aus dem familiären Umfeld gekennzeichnet. Demgegenüber steigt die Anzahl der Fremdarbeitskräfte seit 2008 kontinuierlich an, derzeit sind rund 18 % der Beschäftigten so genannte Fremdarbeitskräfte. Um das sinkende Beschäftigungsvolumen insgesamt kompensieren zu können, reicht dieses geringe Wachstum allerdings nicht aus. BranchenexpertInnen erwarten, dass sich diese zweigeteilte Entwicklung der Personalsituation im Betrachtungszeitraum fortsetzt.
 
Herkunftskennzeichnungen als Verkaufsargument
Im jüngsten Programm der Bundesregierung wurde vereinbart, dass in Österreich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln (Fleischprodukte, Milch- und Milchprodukte, Eiprodukte sowie verarbeitete Produkte) eingeführt werden soll. Studien belegen, dass österreichische KonsumentInnen bei Produkten mit EU-weit verpflichtender Herkunftsangabe gerne Produkte heimischer Qualität kaufen. Diese Entwicklung könnte in „Landbau, Viehwirtschaft, Tierbetreuung“ den Beschäftigungsrückgang – ausgelöst durch Betriebsstilllegungen – zwar verlangsamen, BranchenexpertInnen erwarten im Betrachtungszeitraum aber dennoch, dass der Personalstand tendenziell sinken wird. Im Bereich „Obst-, Wein- und Gartenbau“ gehen BranchenkennerInnen hingegen von einem stabilen Beschäftigungsmarkt aus.
 
Holz sichert Arbeitsplätze
Die holzverarbeitende Industrie und nachhaltige Waldbewirtschaftung sollten sich trotz großer witterungsbedingter Schäden im Beobachtungszeitraum stabilisierend auf die Beschäftigungssituation in der Forstwirtschaft auswirken. Die Exportquote der österreichischen Holzindustrie liegt bei etwa 70 %, wobei die größten Abnehmer Deutschland und Italien sind.
 
In der Vergangenheit waren viele der Beschäftigten in diesem Berufsbereich angelernte Hilfskräfte. Seit mehr als zehn Jahren ist aber ein starker Trend zur fachlichen Qualifizierung festzustellen, insbesondere bei den mitarbeitenden Familienangehörigen. Unter den familienfremden Arbeitskräften sind viele osteuropäische SaisonarbeiterInnen und ErntehelferInnen als Hilfskräfte v.a. in der Landwirtschaft und im Gartenbau tätig.


Kurztext

 

Green Jobs und Skills: Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft

Green Jobs: Landwirtschaft hat größten Anteil an Umweltbeschäftigten

In der Land- und Forstwirtschaft waren 2011 38.766 Umweltbeschäftigte tätig, wobei 30.413 Green Jobs auf die Landwirtschaft entfielen und 8.353 Green Jobs auf die Forstwirtschaft. In der Land- und Forstwirtschaft sind somit rund 22 % aller Umweltbeschäftigten tätig (Statistik Austria 2012: Umweltgesamtrechnungen).

Mehr Green Informationen

 

Frauen und Männer am Arbeitsmarkt: Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft

Frauenanteil: 55 %

2014 waren 55 % der Beschäftigten im Berufsbereich Frauen. Die höchsten Frauenanteile waren mit 62 % im Bereich „Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau“ bzw. mit 41 % im Bereich „Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten“ zu verzeichnen. „Forstwirtschaft und Holzeinschlag“ ist vermutlich aufgrund der damit verbundenen körperlichen Belastungen ein männerdominierter Berufsbereich mit einem Frauenanteil von nur rund 18 %.

Mehr Gender Informationen

 
Unselbstständig Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft, 2011 - 2018
Diagramm
Quelle: Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Grafik: AMS Österreich.

 
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
... in der Berufsobergruppe Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft prognostiziert derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS-Stellen
    2017 2016 2017 2016 aktuell im eJob-Room
zwei Pfeile nach rechtsForstwirtschaft, Jagd, Fischerei gleichbleibend 1 Quadrat 96 86 899 630 77
zwei Pfeile nach rechtsObst-, Wein- und Gartenbau gleichbleibend 1 Quadrat 395 517 2.710 2.410 377
zwei Pfeile nach rechtsLandbau, Viehwirtschaft, Tierbetreuung Pfeil nach unten 3 Quadrate 509 651 2.526 2.035 196

zwei Pfeile nach rechts Offene Stellen im eJob-Room


Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2022.
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb des Berufsbereichs
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2017
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse 2017

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS 2017 und 2016
aus: AMS Statistik; beim AMS gemeldete freie Stellen, Gesamtjahr 2017 bzw. 2016.

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS, aktuell im eJob-Room:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom .
© AMS Österreich Juni 2019