BERUFE

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TRENDS IM BERUFSBEREICH

Pfeil rotChemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Kunststoffe

Arbeitsmarkttrends

Gute Arbeitsmarktsituation

In den letzten zehn Jahren verzeichneten Unternehmen des gesamten Berufsbereichs Umsatz- und Personalrückgänge. Sowohl die Geschäfts- als auch die Beschäftigungssituation dürfte sich jedoch im Betrachtungszeitraum bis 2022 positiv entwickeln und Beschäftigungszuwächse bringen. Ausgenommen davon sind Anlern- und Hilfsberufe: Hier ist aller Voraussicht nach in den nächsten drei Jahren von einem Rückgang an MitarbeiterInnen auszugehen.
 
Der Berufsbereich „Chemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Kunststoffe“ umfasst sowohl industrielle als auch gewerbliche Unternehmen. Während sich in allen Berufsobergruppen Industriebetriebe finden, kommen gewerbliche Betriebe in größerem Umfang nur in den Segmenten Chemie und Lebensmittel vor.
 
Dynamische Biotechnologie
Österreichische Biotechnologen/Biotechnologinnen arbeiten vorwiegend im medizinischen Bereich, finden jedoch auch in der Zellstoffindustrie, der Nahrungsmittelerzeugung, im Umweltschutz oder in der Landwirtschaft Beschäftigung. Seit Beginn der 1970er Jahre erlebt die moderne Biotechnologie, v.a. durch die Anwendung von Gentechnik, international eine Blüte. In den letzten 25 Jahren ist die Disziplin auch in Österreich zu einem nennenswerten Produktionszweig mit sehr guten Beschäftigungschancen herangewachsen.
 
Chemie- und Kunststoffbetriebe sehen positiven Trend
2017 waren im industriellen Sektor der Chemie- und Kunststoffproduktion rund 250 Betriebe mit ca. 44.700 MitarbeiterInnen in insgesamt 28 Branchen tätig. Die höchsten Umsätze erzielten die Hersteller von Kautschuk, Fasern und Chemikalien. Das chemische Gewerbe umfasste 2017 ca. 1.860 Betriebe mit rund 12.000 Beschäftigten. Die Geschäftsschwerpunkte liegen auf der Erzeugung chemisch-technischer Produkte (wie Lacke, Farben, Seifen etc.), waschaktiver Substanzen, pyrotechnischer Artikel sowie Arzneien und Kosmetik. In Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 ging der Absatz in der gesamten Branche zurück. Dies erforderte von Betrieben der Chemie- und Kunststoffproduktion einerseits Investitionen und führte andererseits zu Rationalisierungsmaßnahmen, etwa bei Produktions- und Verwaltungsabläufen, aber auch beim Personal. 2017 und 2018 konnten erstmalig wieder nahezu alle Geschäftsbereiche (z. B. Kautschukwaren, Fasern, Chemikalien, Gase, Lacke u.a.) zulegen. 2019 und im Prognosezeitraum bis 2022 ist auch weiterhin mit einem positiven konjunkturellen Verlauf zu rechnen.
 
Lebensmittelherstellung: Einzelhandel wichtiger Partner
Den größeren Anteil an Beschäftigten der „Lebensmittelherstellung“ hat das Gewerbe mit rund 53.100 MitarbeiterInnen und 6.460 Betrieben. Die Lebensmittelindustrie umfasst 200 Unternehmen und rund 28.800 Beschäftigte. Ein bedeutender Geschäftspartner ist für beide der Einzelhandel. Für gewerbliche BäckerInnen und FleischerInnen stellt dieser seit rund zehn Jahren eine starke Konkurrenz dar, die zu Umsatz- und Personalrückgängen führte. Dieser Wettbewerbsdruck scheint mit 2019 gestoppt zu sein. Am heimischen Markt sowie im Exportgeschäft ist mit einer guten Auftragslage zu rechnen. Insgesamt ist in den nächsten drei Jahren in der „Lebensmittelherstellung“ daher von einer steigenden Beschäftigung auszugehen.
 
Rückläufige Perspektiven für Hilfskräfte
Durch den vermehrten Einsatz von Maschinen und Anlagen im Fertigungsprozess kam es in den letzten 20 Jahren zu einem Abbau von Anlern- und Hilfskräften im gesamten Berufsbereich. Mittel- und langfristig ist für dieses Qualifikationslevel damit zu rechnen, dass technische Kompetenzen bzw. eine Höherqualifizierung die Beschäftigungschancen verbessern.


Kurztext Kurztext

 

Frauen und Männer am Arbeitsmarkt: Chemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Kunststoffe

Geringer Frauenanteil: 38 %

2014 waren 38 % der Beschäftigten im Berufsbereich Frauen. Die höchsten Frauenanteile waren mit jeweils rund 47 % im Bereich „Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln“ und im Bereich „Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen“ zu verzeichnen. Die Anteile aller anderen Bereiche lagen (mit Ausnahme der Tabakverarbeitung) zwischen 25 % und 27 %.

Mehr Informationen Mehr Gender Informationen

 

Top-Berufsbereich

Chemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Kunststoffe ist ein Top-Berufsbereich.
 
Unselbstständig Beschäftigte in den Bereichen Chemie, Kunststoff und Lebensmittel, 2011 - 2018
Diagramm
Quelle: Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Grafik: AMS Österreich.

 
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
... in der Berufsobergruppe Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
Chemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Kunststoffe prognostiziert derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS eJob-Room-Inserate
    2018 2017 2018 2017 aktuell
zwei Pfeile nach rechtsLebensmittelherstellung Pfeil nach oben 3 Quadrate 661 540 2.595 2.165 585
zwei Pfeile nach rechtsBiotechnologie, Chemie, Kunststoffproduktion Pfeil nach oben 2 Quadrate 1.152 1.020 1.506 1.448 296
zwei Pfeile nach rechtsAnlern- und Hilfsberufe Lebensmittel, Biotechnologie, Chemie Pfeil nach unten 1 Quadrat 28 16 416 285 98

zwei Pfeile nach rechts Offene Stellen im eJob-Room


Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2022.
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb des Berufsbereichs
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2018 bzw. 2017
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate 2018 bzw. 2017
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate, aktuell:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom 15.10.2019.
© AMS Österreich Juni 2019