TRENDS IM BERUFSBEREICH

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Arbeitsmarkttrends

Gute Beschäftigungschancen und große persönliche Herausforderungen



Das Sozial- und Unterrichtswesen ist ein sehr dynamisches Berufsfeld: Ein hoher Arbeitskräftebedarf wird von gesamtgesellschaftlich höchst relevanten Diskussionen (Bildungsreform, demografischer Wandel) begleitet. Ein besonderes Spannungsfeld besteht zwischen einem generell wachsenden Arbeitsmarkt und massiven budgetären Einsparungen in vielen Bereichen.
 
Trotz der aktuell eher schwierigen Wirtschaftslage ist im Beobachtungszeitraum bis 2018 im Sozialbereich weiterhin mit einer Beschäftigungszunahme zu rechnen. Politische Entscheidungen zur Gestaltung des Gesundheits-, Sozial- oder Unterrichtswesens spielen in diesem Berufsbereich eine besonders große Rolle. Die Anforderungen und die Arbeitsbelastung sind hoch, Teilzeitarbeit ist stark verbreitet.
 
Hoher Bedarf, aber beschränkte finanzielle Mittel
Sehr starke Personalnachfrage besteht österreichweit in der Kinderbetreuung und in der Arbeit mit älteren Menschen (Pflege, Betreuung, Beratung). Daneben steigt die Zahl der KlientInnen mit sozialen Problemlagen an (z.B. Suchterkrankungen, Armut, Verschuldung, sozialpsychiatrische Erkrankungen, Arbeitslosigkeit), weshalb überall im Sozialwesen gut qualifizierte Arbeitskräfte gebraucht werden. Durch die angespannte budgetäre Situation sind aber nicht in allen Berufen Beschäftigungszuwächse zu erwarten, auch wenn einige positive Ansätze zu erkennen sind (z.B. Pflegegeld- und Kinderbetreuungsgesetz).
 
Der Arbeitsmarktbedarf an LehrerInnen variiert: Der Pflichtschulbereich weist, entgegen dem Trend der letzten Jahre, aufgrund einer anstehenden Pensionierungswelle positivere Berufsaussichten auf. Auch berufsbildende höhere oder mittlere Schulen sowie Sonderschulen werden weiterhin fachlich spezialisierte Arbeitskräfte nachfragen. In ländlichen Regionen ist die Chance größer, schnell eine Stelle als LehrerIn zu erhalten. Außerdem variiert der Bedarf stark hinsichtlich der Lehrgegenstände. Der „LehrerInnenausbildung neu“ folgt nun auch ein neues Dienstrecht, das höhere Einstiegsgehälter bei einer flacheren Gehaltsentwicklung vorsieht. Aber auch im Schulbereich werden derzeit Sparmaßnahmen diskutiert.
 
In der Erwachsenenbildung schreitet die Privatisierung und Ausdifferenzierung voran. Zertifizierungen tragen der Notwendigkeit Rechnung, diese unterschiedlichen Angebote auch qualitativ abzusichern.
 
Zeiten des Umbruchs stehen den Geistlichen der katholischen Kirche bevor: Der laufende Umstrukturierungsprozess bringt nicht nur neue Strukturen, sondern möglicherweise auch neue Organisationsformen des Priesterlebens mit sich. Die Aufwertung von LaiInnen oder sogar der Einsatz verheirateter Priester scheint unter der derzeitigen Kirchenführung im Bereich des Möglichen. Geistliche anderer Konfessionen und Religionen sind mit anderen Entwicklungen konfrontiert: Eine geplante österreichische Imamausbildung wurde im Zuge des neuen Islamgesetzes beschlossen und stellt eine Novität dar.
 
Oftmals stehen bei den sozialen Berufen persönliche und soziale Qualifikationen wie z.B. Kommunikationsfähigkeit, eine gefestigte Persönlichkeit und Einfühlungsvermögen im Vordergrund. Zudem wird auch individuelle Belastbarkeit von Arbeitskräften des Berufsfeldes gefordert. Aufgrund des zunehmenden Kostendrucks finden im Sozialwesen auch Aufgaben wie die Dokumentation von Leistungen, Sozialmanagement oder betriebswirtschaftliches Know-how zunehmend Aufmerksamkeit.

 

Green Jobs und Skills: _alt_20150702_Soziales, Erziehung und Bildung





 

Frauen und Männer am Arbeitsmarkt: _alt_20150702_Soziales, Erziehung und Bildung

Hoher Frauenanteil: über 68 %

Mit mehr als 68 % stellen Frauen über zwei Drittel der Beschäftigten in diesem Berufsbereich. Mit Ausnahme des „Bestattungswesens“, in dem 33 % der Beschäftigten weiblich sind, liegt der Frauenanteil in allen anderen Teilbranchen mehr oder weniger deutlich über 50 %. Am meisten Frauen arbeiten mit knapp 80 % in „Heimen“.

 
Arbeitskräfte-Nachfrage: Österreich gesamt
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
Berufsfelder Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
prognostiziert derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room)
 2018    2017
AMS eJob-Room-Inserate
 2018    2017
aktuell


Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2018.
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb des Berufsbereichs
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2018 bzw. 2017
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate 2018 bzw. 2017
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS eJob-Room-Inserate, aktuell:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom 15.10.2019.
Bearbeitung: 3s Unternehmensberatung
© AMS Österreich Juni 2019