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Arbeitsmarkttrends Tendenz: von der Hilfskraft zur Fachkraft Das leichte Wachstum in der Reinigungsbranche setzt sich fort, nachdem der starke Preisverfall und der Verdrängungswettbewerb eingebremst werden konnten. Es kommt aber noch immer zu einer Umverteilung der Umsätze, das heißt, dass das Wachstum einer Firma auf Kosten einer anderen Firma geht. Durch die weiterhin anhaltende Auslagerung von Reinigungstätigkeiten an professionelle Dienstleistungsunternehmen wird die Anzahl an Arbeitsplätzen auch künftig leicht steigen, wobei ein Großteil der neuen Stellen aber vor allem Teilzeitjobs sein werden. Aufgrund der vielen Geschäfts-, Büro- und Privatgebäude werden insbesondere in der Stadt Wien die Beschäftigungsperspektiven sehr gut sein. Für Teilzeitbeschäftigte gibt es seit Beginn des Jahres 2008 eine Verbesserung, denn für Mehrstunden muss ein Zuschlag von 25 % bezahlt werden. Der Nachtzuschlag gilt zwischen 20.00 und 6.00 Uhr. Dennoch ist das Lohnniveau vergleichsweise sehr niedrig. Der Mindestlohn für den Lehrberuf Denkmal-, Fassaden und GebäudereinigerInnen liegt aktuell bei 1.280 Euro brutto monatlich. Die Betriebe versuchen durch eine möglichst breite Angebotspalette (Full Service) zu punkten. Im Portfolio finden sich z.B. Reinigung, Schädlingsbekämpfung, Gartenpflege, Sicherheitsdienste, Reparaturarbeiten oder die Erledigung von Botengängen. Andere Unternehmen spezialisieren sich, z.B. in der Industrie-, Krankenhaus- oder Verkehrsmittelreinigung, oder bieten die Objektreinigung im Rahmen eines umfassenden, lückenlosen Facility-Managements an. Immer wichtiger wird der Einsatz von umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Reinigungs- und Arbeitsmitteln. Mit ökologischen Konzepten können Unternehmen punkten. Aufgrund der hohen Fluktuation ist es relativ leicht ist, im Berufsfeld Reinigung einen Job zu finden. Mit einer Höherqualifizierung, z.B. mit dem Abschluss einer Lehre in der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung, verbessern sich die Aufstiegperspektiven sehr. Tendenziell zeichnet sich im Berufsfeld auch ein Imagewandel von der Hilfsarbeit zur Facharbeit ab. Die Anzahl der Lehrabschlüsse steigt. Im Jahr 2008 haben sich bereits rund 160 Personen, davon 27,3 % Frauen und Mädchen, für diese Lehre entschieden. Personen, die über längere Zeit in diesem Bereich gearbeitet haben, können auch ohne eine traditionelle Lehre zur Lehrabschlussprüfung antreten, meist nach dem Besuch spezieller Kurse. Mit dem Ablegen der Meisterprüfung ist es möglich, selbst ein Unternehmen der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung zu gründen. Der Berufsbereich ist von einer zunehmenden Differenzierung der Tätigkeitsfelder charakterisiert. So hat sich in der Vergangenheit die Industriereinigung als neuer Schwerpunkt herauskristallisiert. Ein neues Geschäftsfeld stellt die Reinigungsberatung und -schulung dar. Im Bereich Hausbetreuung von Wohnanlagen ist in den vergangenen Jahren eine Vielzahl an neuen Dienstleistungsangeboten und Betreuungsformen entstanden. Neben der Reinigung und Wartung übernehmen die Dienstleistungsbetriebe inzwischen auch soziale Aufgaben und erfüllen damit zunehmend die Funktionen der traditionellen HausbesorgerInnen. In Privathaushalten wird der Bedarf an Haushaltshilfen steigen. Nicht selten ist das Wohnen bei den ArbeitgeberInnen eine Bedingung für das Beschäftigungsverhältnis. Der Arbeitsplatz Privathaushalt wird als ein klassischer Ort der Schwarzarbeit gewertet. Insgesamt arbeiten geschätzte 500.000 Putzkräfte in zwei Millionen österreichischen Haushalten, der Großteil davon ohne arbeitsrechtlichen Schutz, unangemeldet und ohne Sozialversicherung. Rund 15 % davon sind GrenzgängerInnen, also Personen, die regelmäßig zwischen Österreich und ihrem Herkunftsland hin- und herreisen, oder in Österreich lebende MigrantInnen, für die aufgrund einer fehlenden Arbeitserlaubnis die nicht-angemeldete Haus- oder Reinigungsarbeit oft die einzige Erwerbsmöglichkeit darstellt. Aufgaben in Gemeindeverwaltungen wie Müllabfuhr oder Straßenreinigung werden immer öfter privaten Firmen übertragen, der Personalbedarf wird sich hier insgesamt kaum verändern. Seit dem Jahr 2008 finden in der Stadt Wien mehr als 300 sogenannte „Waste Watcher“ Einsatz. Als Kontrollorgane zur Einhaltung der Sauberkeit haben sie das Recht, Organstrafmandate zu verhängen oder bei schwereren Delikten Anzeigen zu erstatten. Die meisten üben die Funktion neben ihrer Tätigkeit als StadtgärtnerIn aus, hauptamtliche Stellen sind begrenzt. Die Stadt plant aber, weitere MitarbeiterInnen zu Waste WatcherInnen auszubilden. Insgesamt stabil bleibt die Nachfrage an RauchfangkehrerInnen, wobei die Zahl der Lehrlinge in den letzten Jahren aber leicht rückläufig ist, weibliche Lehrlinge halten demgegenüber das Niveau halten. Das Aufgabenfeld von RauchfangkehrerInnen ist durch den technischen Wandel bei Heizungen und durch die verstärkte Nutzung alternativer Energieformen wie Biomasse größer und anspruchsvoller geworden. Rund jede elfte weibliche Erwerbstätige arbeitet in dieser Branche Der Berufsbereich Reinigung ist mit einem durchschnittlichen Frauenanteil von 78 % eine typische Frauendomäne und für Frauen aufgrund des hohen Anteils an der weiblichen Gesamtbeschäftigung von hoher Relevanz. Rund jede elfte weibliche Erwerbstätige (9 %) findet sich in diesem Berufsbereich, bei den Männern sind es nur etwa 2 %.
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| © AMS Österreich Juni 2010 |
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