BERUFE

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TRENDS IM BERUFSBEREICH

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Arbeitsmarkttrends

Heterogene Beschäftigungsentwicklung im gesamten Berufsbereich erwartet

Unternehmen des Berufsbereichs „Lebensmittel“ sind zu einem erheblichen Teil im Exportgeschäft tätig, setzen ihre Produkte jedoch auch auf den heimischen Märkten ab. Trotz signifikanter wirtschaftlicher Herausforderungen im Jahr 2014 konnten die Betriebe, vor allem jene der Lebensmittelindustrie, ihr Auslandsgeschäft steigern. Unternehmen, die vorwiegend für den inländischen Konsum produzieren, müssen im Betrachtungszeitraum bis 2018 mit Umsatzeinbußen sowie einem rückläufigen Personalstand rechnen.
 
In der österreichischen Lebens- und Genussmittelwirtschaft arbeiten ca. 64.000 Personen. Die überwiegende Zahl der Beschäftigten ist im Berufsfeld „Lebensmittelherstellung und -verkauf“ tätig.
 
Lebensmittelindustrie ist stark exportorientiert
Das Berufsfeld „Lebensmittelherstellung und -verkauf“ umfasst sowohl industrielle als auch gewerbliche Betriebe. Der größte Anteil an Beschäftigten findet sich mit rund 31.000 MitarbeiterInnen im Gewerbe, die Unternehmensstruktur ist klein- und mittelständisch. Gewerbliche Betriebe erzeugen v.a. Brot- und Back-, sowie Fleisch- und Wurstwaren. Seit 2008 ist auf diesem Sektor eine starke Konkurrenz von Diskontern und Supermärkten zu bemerken. Die Auswirkungen auf das Lebensmittelgewerbe sind seitdem deutlich sichtbar: Die Anzahl an Bäckereien und Fleischfachgeschäften und die damit verbundenen Beschäftigungschancen nehmen kontinuierlich ab.
 
Die Lebensmittelindustrie befindet sich mit ihrem Produktionsvolumen auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren: 2013 produzierten 220 Unternehmen mit rund 26.400 MitarbeiterInnen Güter im Ausmaß von 8,1 Milliarden Euro. Auslöser für die seither jährlich gestiegenen Umsätze war der Eintritt Österreichs in die Europäische Union 1995 und die damit verbesserten Exportchancen durch den Wegfall von Zoll- und Steuerbeschränkungen. Zusätzlich konnte die Lebensmittelindustrie ihr Exportnetz auf internationale Märkte ausbauen und die Auftragslage weiter steigern. Mittlerweile (Stand Mai 2015) können 60 % der in den Unternehmen der Lebensmittelindustrie erzeugten Güter in 180 Länder abgesetzt werden. Die beliebtesten Exportprodukte sind Süß- und Feinbackwaren, Spezialitäten der österreichischen Mehlspeisenküche sowie Käse und Wurst. Die größten Abnehmer österreichischer Lebensmittel sind generell die EU-Mitgliedsstaaten, allen voran Deutschland, Italien, Ungarn, Slowenien und Tschechien. Wichtige außereuropäische Exportpartner sind die USA und Russland, aber auch Japan, China, Israel, Libyen und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) interessieren sich zunehmend für österreichische Erzeugnisse. Trotz dieser allgemein guten wirtschaftlichen Entwicklung war die Lebensmittelindustrie 2014 aufgrund von Einfuhrbeschränkungen nach Russland sowie der in Kraft getretenen Allergieinformationsverordnung mit Herausforderungen konfrontiert.
 
Österreichische Tabakproduktionsstätten seit 2011 geschlossen
Aufgrund der Schließung der letzten österreichischen Produktionsstätte von für Rauchwaren in Hainburg 2011 durch die JTI (Japan Tabacco International), die 2007 die Austria Tabakwerke AG übernommen hat, kam es 2011 zu einem erheblichen Stellenabbau von GenussmittelproduktionsarbeiterInnen. Dieser rückläufige Beschäftigungstrend wirkte sich jedoch nur kurzfristig in den Jahren 2011 und 2012 aus. In anderen Unternehmen der Genussmittelproduktion (wie z. B. Süßwaren) ist für diesen Beruf eine stabile Arbeitsmarktlage zu erwarten. In der Alkoholherstellung wird im Prognosezeitraum mit steigenden Kosten für Energie, Verpackung, Logistik und Transport gerechnet. Diese können jedoch durch die bis 2018 erwarteten Exportsteigerungen abgefedert werden. Insgesamt wird im Berufsfeld „Herstellung von Genussmitteln und Alkoholika“ im Beobachtungszeitraum ein gleichbleibender Personalstand prognostiziert.
 
Qualifikationserfordernisse
Die bedeutendsten Qualifikationen dieses Berufsbereichs sind technologische Kenntnisse, die zum Umgang mit Maschinen und (computergesteuerten) Anlagen befähigen. Wissen über Roh- und Hilfsstoffe sowie Know-how über Produkte und Produktionsverfahren sind unabdingbar. In den nächsten drei Jahren werden zunehmend biotechnologische Fähigkeiten und Kenntnisse von Labormethoden zur Durchführung von Qualitätskontrollen bei Produkten gefordert sein.

Kurztext

 

Frauen und Männer am Arbeitsmarkt: _alt_20150702_Lebensmittel

Männer dominieren Fleischverarbeitung, Frauen sind lieber ZuckerbäckerInnen

In allen drei Branchen, die zu diesem Berufsbereich gehören, arbeiten mehr Männer als Frauen. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei 45 %, am höchsten ist er im Bereich „Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln“ (48 %).

Mehr Gender Informationen

 
Entwicklung der unselbstständig Beschäftigten im Bereich
Diagramm
Quelle: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung, Grafik: AMS Österreich.

 
Beschäftigungsprognose und Arbeitskräfte-Nachfrage in Online-Inseraten und AMS
... in der Berufsobergruppe Beschäftigte Arbeitskräfte-Nachfrage
_alt_20150702_Lebensmittel prognostiziert derzeit Online-Inserate (exkl. eJob-Room) AMS-Stellen
    2017 2016 2017 2016 aktuell im eJob-Room

zwei Pfeile nach rechts Offene Stellen im eJob-Room


Beschäftigte prognostiziert
für das Jahr 2018.
steigend
zwei Pfeile nach oben
tendenziell steigend
Pfeil nach oben
gleichbleibend
Pfeil gleichbleibend
tendenziell sinkend
Pfeil nach unten
sinkend
zwei Pfeile nach unten
Beschäftigte derzeit:
Anteil der Beschäftigten innerhalb des Berufsbereichs
hoch
3 Quadrate
mittel
2 Quadrate
niedrig
1 Quadrat
Arbeitskräfte-Nachfrage Online-Inserate (exkl. eJob-Room) 2017
aus: 3s Unternehmensberatung GmbH; Online-Stelleninserateanalyse 2017

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS 2017 und 2016
aus: AMS Statistik; beim AMS gemeldete freie Stellen, Gesamtjahr 2017 bzw. 2016.

Arbeitskräfte-Nachfrage AMS, aktuell im eJob-Room:
Anzahl der im AMS-eJob-Room angebotenen Stellen vom .
© AMS Österreich Juni 2018